Rott – Zwar haben die rund 400 Schlittenfahrer den Schnee am Rotter Voglberg nicht plattgefahren, aber gehörig geplättet waren die Mitglieder des Rotter Burschenvereins um Florian Weiderer schon: „Mit einem solch riesigen Ansturm auf unser zweites Flutlicht-Schlittenfahren (nach 2017) haben wir nie und nimmer gerechnet! Die Stimmung war bombig – und vor allem ist kein einziger Unfall passiert!.“ Womit klar ist, dass der Verein nächstes Jahr, wenn das Wetter wieder so passt wie heuer, diese Veranstaltung gerne wiederholt.
Unten an der Schlitten-Piste waren zwei Hütten aufgestellt, in denen Glühwein und Kinderpunsch, aber auch Semmeln und Würstl verkauft worden sind. „Einen Großteil dieses Erlöses“, so Florian Weiderer, „werden wir demnächst für eine gute Sache spenden.“
Auf dem Hang ging es freilich hoch her. Fast könnte man sagen, dass die Rodler in mindestens vier Geschwindigkeits-Klassen starteten.
Da waren zunächst die eher behäbig nach unten gleitenden Erwachsenen, die vielleicht schon seit Jahren auf keinem Schlitten mehr gesessen sind. Eine Mutter brachte es auf den Punkt: „Früher sind wir wie damisch runtergesaust, heute trauen wir uns halt nicht mehr so sehr.“
Die zweite Gruppe waren mutige Väter und Mütter, die ihre Kleinen vorne auf die Schlitten packten und mutig nach unten stürmten. Dazu gehörten auch die Schlittenketten-Spezialisten, die für die Talfahrt vier oder noch mehr Schlitten zusammenkoppelten.
Klingt gut, hielt aber keinen Geschwindigkeitsvergleich mit den „Freestylern“ aus, die auf den abenteuerlichsten Untersätzen den Hang herunterfetzten. Die kleine Freestyle-Queen Sophie flitzte grundsätzlich über die seitlichen Absperrungen hinaus und legte stets eine beeindruckende Bauchlandung hin.
Die Stars aber waren die Rennrodler, denen der Schreiber dieser Zeilen dankbar ist, dass er von ihnen nicht über den Haufen gefahren worden ist. Medaillenverdächtig raste etwa der höchstens fünfjährige Maximilian den Voglberg hinunter, der gemeinsam mit seinem Vater gestartet war, ihn aber total abhängte. Unten mit einem schneidigen Dreifach-Überschlag angekommen, wühlte er sich aus dem Schnee, schaute in die Richtung, aus der sein Papa irgendwann doch mal kommen musste und schrie mehrmals aus Leibeskräften: „Hey Alter!“