Amerang – Es wird wohl nichts aus einer gesonderten Anbindung des Baugebietes an der Reiterbergerstraße an die B304. Das ist das Ergebnis von Gesprächen des Bürgermeisters und der Gemeindeverwaltung mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim.
Bei der Bürgerversammlung war angeregt worden, direkt am Beginn der bestehenden Bebauung einen Abzweig von der B304 zu bauen. „Nicht möglich“, so Verwaltungsleiter Helmut Stadler. Die von der Regierung von Oberbayern festgesetzte Grenze der Ortsdurchfahrt endet genau dort, eine Anbindung außerhalb der Ortsdurchfahrt wird abgelehnt. Und für eine Verlängerung sehe das staatliche Bauamt keine Notwendigkeit – zumal es nur auf einer Seite Bebauung gebe, nicht an beiden Straßenseiten. „Wenn wir die Ortsdurchfahrt verlängern wollen, dann wird das extrem schwierig und sehr, sehr langwierig“, warnte Stadler.
Da das Baugebiet relativ klein ist, ist eine Erschließung über die Bachstraße weitgehend unproblematisch. Zwischen der B304 und der Brücke der Bachstraße ist genug Platz, dass auf die Bundesstraße fahrende Autos und ein abbiegendes Müllfahrzeug aneinander vorbei kommen. In die Bachstraße einfahrende Lkw oder Müllfahrzeuge dürfen dort nicht wieder hinausfahren. Weil der Begegnungsverkehr zwei solcher Reisen nicht möglich ist und weil das letzte Stück der Bachstraße vor der Einmündung in die Bundesstraße zu steil ist.
Die Gemeinde hatte eine Woche lang ermittelt, wie viele Autos aktuell in die Bachstraße hinein- oder aus ihr herausfahren: Es sind pro Richtung etwa 20 Fahrten am Tag. Selbst mit dem Baugebiet bleibe die Verkehrsfrequenz niedrig, so Bürgermeister Gust Voit.
Werner Höhne (Freie Wähler Kirchensur) sah immer noch das „Problem Engstelle“. Es solle ein Baugebiet für junge Familien werden, ein Gehweg sei nicht geplant, „wo laufen dann die Kinder?“ Matthias Schmid (SPD) ist der Ansicht, dass auf den betreffenden 50 Metern Fahrzeuge und Fußgänger miteinander auskommen, „es muss nur etwas Platz neben der Straße bleiben, dass der Fußgänger im Notfall auch mal einen Schritt zur Seite gehen kann.“ Rupert Rußwurm (CSU) hielt fest: „Wir können den Verkehrsteilnehmern die Verantwortung nicht abnehmen. Wir können nur die Straße gut beleuchten.“ Der Zweite Bürgermeister Konrad Linner erinnerte daran, dass dort vor allem Anliegerverkehr unterwegs sei. Auch Voit verwies darauf, dass die Bachstraße keine Durchgangsstraße, gemischte Nutzung deswegen durchaus möglich sei.
Wunsch nach Ortstermin
Höhne bestand auf einem Ortstermin des Gemeinderates, den Voit um diese Jahreszeit wegen der Beleuchtung wenig zielführend fand: Die Gemeinderatssitzung beginnt um 19 Uhr, die Sonne geht vor 17 Uhr unter.
Schmid mahnte an, die Gemeinderäte müssten sich entscheiden, ob sie das Baugebiet nun wollen oder nicht. Zunächst aber soll es eine Versammlung mit den Kirchensurern geben, bei der Bürgermeister und Verwaltung im Detail informieren wollen.
Da der Gemeinderat thematisch gerade in Kirchensur war, widmete er sich gleich auch noch der Verkehrsinsel. Die soll, so wünschen es sich Bürgermeister, Dritter Bürgermeister und etliche Gemeinderäte, verlegt werden. Weiter Richtung Ortsmitte, hin zur Busbucht. Da werde die Querungshilfe wesentlich dringender gebraucht, so Voit. Und hätte, wie Dritter Bürgermeister Werner Fröwis befand, den zusätzlichen Vorteil, dass durch den haltenden Bus und die Insel eine Fahrspur der B304 zu wäre, Busgäste gefahrlos aussteigen und die Insel erreichen könnten. Zumal auch der Begegnungsverkehr abgebremst würde.
Bürgermeister Voit will Verhandlungen mit dem staatlichen Bauamt aufnehmen. Er steht auf dem Standpunkt: Die Surer müssen mit einem geteilten Ort leben, da kann das staatliche Bauamt auch mal was für sie tun.“