Höslwang – Um 18.28 Uhr stand das Ergebnis fest: Die Höslwanger Bürger wollen nicht, dass auf dem Areal im Dorfzentrum, das derzeit unter anderem einen großen Spielplatz beherbergt, ein kommunales Wohnbauprojekt realisiert wird. Mit deutlicher Mehrheit haben die Wahlberechtigten beim gestrigen Bürgerentscheid dafür gestimmt, die Planungen des Gemeinderats zu stoppen.
339 Wahlberechtigte hatten die Frage „Ich bin dafür, dass auf den Grundstücken mit den Flurnummern 47/4 und 47/7 keine Bebauung stattfindet und sämtliche Planungen bezüglich einer Bebauung gestoppt werden“ mit „Ja“ angekreuzt, 206 mit „Nein“. Nach Angaben von Wahlleiter Marco Binder hatten insgesamt 548 von 1027 Wahlberechtigten an der Abstimmung teilgenommen, wobei drei Stimmzettel als ungültig gewertet worden sind. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,36 Prozent.
Stefan Rieplhuber junior, der gemeinsam mit Wolfgang Lentner und Josef Hilger durch das Bürgerbegehren und den daraus resultierenden Bürgerentscheid die Bebauung des Dorfangers unbedingt verhindern wollte (wir berichteten), zeigte sich erleichtert: „Wir haben das erreicht, was für Höslwang gut ist: Dass an dieser Stelle nicht gebaut wird.“ Er hoffe nun, dass nach der Entscheidung wieder mehr Ruhe in der Kommune einkehre.
Gegenüber unserer Zeitung betonte Rieplhuber, dass „unsere Initiative nicht generell gegen neue Wohnbebauung in Höslwang ist“. Doch der Ort, an dem das Projekt vom Gemeinderat geplant wurde, sei schlichtweg der falsche gewesen. „Wir wissen, dass wir auch in unserer Gemeinde neuen Wohnraum brauchen“, sagte Rieplhuber junior. „Nun müssen intensive Gespräche mit Grundstücksbesitzern und der Kirche folgen, damit wir einen geeigneten Platz dafür finden.“
Wünsche, die nach Einschätzung von Höslwangs Bürgermeister Matthias Maier nicht in Erfüllung gehen werden. „Ich finde das Ergebnis der Abstimmung sehr, sehr schade“, sagte der Rathauschef, „denn dadurch haben wir uns eine große Chance verbaut“. Zum einen würden der Gemeinde nun hohe Fördermittel durch die Lappen gehen, zum anderen sei der Bau von Wohnungen auf Grundstücken der Kirche unrealistisch. Maier: „Die Erbpacht ist viel zu hoch.“
Rathauschef kritisiert Argumentation
Maier kritisierte vor allem die Argumentation der Initiative „Keine Bebauung am Höslwanger Dorfanger“, die Idylle der Gemeinde sei durch Wohngebäude im Ortszentrum in Gefahr. „Was mich ärgert ist, dass viele der Menschen, die beim Bürgerentscheid für ,Ja‘ gestimmt haben, selbst erst vor 15 oder 20 Jahren in die Kommune gezogen sind und damals vom Wohnungsbau profitiert haben.“
Das Votum der Bürger wertete er als „schweren Schlag auf dem Weg zu einer fortschrittlichen und zukunftsfähigen Gemeinde“. Maier: „Wir brauchen den Zuzug von Familien, damit wir beispielsweise die Zukunft unserer Grundschule sicherstellen können.“