Übersee – „Er war Deutschlands erster Offensiv-Verteidiger, er hatte den Angriffsfußball für Abwehrspieler erfunden, nur die Trainer hatten das damals noch nicht kapiert.“ Das sagt Norbert Hartmann, 25 Jahre lang Manager bei der SpVgg Unterhaching über Wasti Schwaiger. Er starb am 16. Januar mit nur 63 Jahren.
Der Malermeister aus Übersee hatte seine große Fußballzeit in den 1970er- und 1980er-Jahren beim TSV 1860 Rosenheim und bei der SpVgg Unterhaching.
Am Dienstag nahmen Angehörige, Freunde und Bekannte in Übersee in einer bewegenden Trauerfeier Abschied. Über 600 Menschen füllten die Pfarrkirche St. Nikolaus in seiner Heimatgemeinde. Der Trauerzug vom Gotteshaus zum Friedhof wollte kaum enden.
Wasti Schwaiger war Fußballer mit Leib und Seele, er war ein absoluter Teamplayer und sah in seiner langen Karriere niemals die rote Karte. Er begann seine Karriere beim TSV Übersee, dort, wo er sie auch beendete.
Schwaiger hatte großen Anteil am Aufstieg des TSV 1860 Rosenheim in der Saison 1975/76 in die Bayernliga, damals dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Schwaiger war immer Leistungsträger, schaffte sogar den Sprung in die bayerische Amateurauswahl. Viele Freundschaften sind durch den Fußball entstanden. Nicht zuletzt deshalb war die Trauergemeinde so groß.
Zu den Trauergästen gehörte auch Hansi Müller, der aus Stuttgart angereist war. Für Deutschland kam er auf 42 Länderspiele und fünf Tore und wurde 1980 Europameister. Hansi war ein enger Freund von Wasti Schwaiger. Beide unternahmen immer wieder Ausflüge auf dem Chiemsee mit Schwaigers geliebtem Elektroboot.
Der Verstorbene hinterlässt seine Lebenspartnerin Elke sowie die Kinder Julia (20) und Bastian (25). kk