Der Treffpunkt des Dorfes

von Redaktion

Sachranger Einrichtung als „Dorfladen des Jahres“ ausgezeichnet

Aschau – Er ist nicht nur Anlaufstelle für den Einkauf von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, sondern auch Treffpunkt für das ganze Dorf – der Sachranger Dorfladen an der Dorfstraße. Vor rund zwei Jahren noch kurz vor dem Aus, hat sich das Geschäft, das als Unternehmergesellschaft von vielen Einheimischen gemeinsam getragen wird, zum unverzichtbaren Dorfmittelpunkt gemausert, der mittlerweile sogar kleine Gewinne abwirft. Ein Erfolgsmodell, das jetzt im Rahmen der „Grünen Woche“ in Berlin von der Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden als „Dorfladen des Jahres“ ausgezeichnet worden ist.

Vom Biogemüse

bis zur Zeitung

Rote Terrakottafliesen auf dem Boden, viel Licht von oben, große Fenster, hölzerne Verkaufstheken, Warenkörbe und eine offene kleine Küchentheke: Beinahe wie ein Kaufmannsladen aus früheren Zeiten – so mutet der Dorfladen an, der für viele Einheimische dennoch kaum Wünsche offen lässt. Am Eingang liegen Zeitungen und Zeitschriften, Post- und Ansichtskarten aus, in großen Körben bringt saisonales Biogemüse, Obst und Salatköpfe Farbe in den Verkaufsraum. Im Kühlschrank lagern Milchprodukte – ausschließlich von regionalen Anbietern. Zudem gibt’s Getränke, Kaffee, Tee, Nudeln, Mehl, Essig und Öl, Toilettenartikel.

An der offenen Warentheke liegen Wurstwaren und Käse– vieles von Erzeugern aus der Region. „Über 50 Prozent der Produkte stammt von Erzeugern aus der Umgebung“, weiß Ursula Havel, die bis zum Jahreswechsel die Geschäftsführung des Dorfladens inne hatte und mit der neuen Geschäftsführerin, Kerstin Schwerdtfeger in Berlin die Auszeichnung entgegengenommen hatte. Letztlich war es unter anderem auch der hohe Anteil an regionalen Produkten, die dem Unternehmen das Prädikat „Dorfladen des Jahres“ einbrachte.

„Für uns ist das natürlich eine tolle Sache“, sagt Havel gegenüber unserer Zeitung. „Es ist einfach eine Bestätigung für unsere Arbeit in den vergangenen Jahren“. Wert legt die langjährige Geschäftsführerin vor allem darauf, dass der Einsatz jedes einzelnen letztlich zur Auszeichnung geführt habe. Havel: „Vom Vermieter über die stillen Teilhaber bis zu den Kunden – alle haben ihren Anteil daran.“

Einer, der sich im Verkauf für den Sachranger Dorfladen engagiert, ist Stephan Ernst. Drei- bis viermal die Woche sitzt er an der Kasse. Und kann davon erzählen, dass Einheimische, aber auch viele Touristen das Warenangebot vor Ort schätzen. „Im Sommer ist bei uns im Bergsteigerdorf natürlich mehr los“, weiß Ernst. „Aber selbst jetzt im tiefen Winter kommen immer wieder Kunden von nah und fern, um sich mit Zeitungen, Brot, Obst und Gemüse oder Wurst- und Käsewaren einzudecken.“

In den vergangenen Wochen kamen zudem auch Verbraucher in den Laden, die in der Regel ihre Einkäufe in größeren Supermärkten, beispielsweise in Aschau, erledigen. Ernst: „Als Sachrang vor zwei Wochen quasi eingeschneit war, haben die Sachranger so richtig geschätzt, dass es den Dorfladen gibt.“

Mittagstisch

könnte kommen

Dass die Sachranger ihren Dorfladen auch weiterhin schätzen, dafür will Kerstin Schwerdtfeger, seit 1. Januar Geschäftsführerin, gemeinsam mit den Teilhabern und allen weiteren Helfern sorgen. So will sie sich nicht auf der Auszeichnung ausruhen, sondern plant bereits für die Zukunft. Schwerdtfeger: „Wir wollen das Café erweitern. Zudem könnte ich mir vorstellen, einen Mittagstisch zu etablieren.“ Der Bedarf sei da, ist sich die Geschäftsführerin sicher.

Letztlich dient der Dorfladen im Ortszentrum bereits heute nicht nur zur Nahversorgung. Denn viele Einheimische schauen nur auf einen Kaffee oder eine Brotzeit gerne hier rein. Ein – nun im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezeichneter Treffpunkt für das Dorf.

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