Mit dem 40-Tonner durchs Nadelöhr

von Redaktion

Verwaltungsgericht Anliegerin hat Anspruch, Teer auf Grundstücken zu beseitigen

Bad Endorf – Der Zankapfel ist weit über 50 Jahre alt. In seiner heutigen Form fast 35 Jahre. Und war jetzt vor dem Verwaltungsgericht.

Der Zankapfel ist die Gemeindeverbindungsstraße von Bad Endorf nach Kurf. Die ist seit 1961 im Bestand der Gemeinde verzeichnet. 1985 wurde die vorhandene Straßenfläche – durch Dritte – asphaltiert. Wohl nicht überall millimetergenau. Denn nun klagte die Besitzerin mehrerer Grundstücke entlang dieser Straße: Ein Teil ihrer Grundstücke sei damals mitgeteert worden. Dies will sie nun rückgängig machen dürfen. Deswegen die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht. Dabei ging es nicht mehr um die Beseitigung durch die Gemeinde, sondern nur noch darum, dass der Markt Bad Endorf die Beseitigung duldet.

Diesen Anspruch hat die Klägerin nach Ansicht des Gerichts wohl, zu einem Urteil kam es gestern laut Martin Friedrich, Sprecher des Verwaltungsgerichtes, nicht. Die Beteiligten wollten sich um eine gütliche Einigung bemühen, so Friedrich.

Alexandra Bauer, die Bauamtsleiterin der Marktgemeinde, ging schon vor der Verhandlung davon aus, dass der Rückbau erfolgen muss. Nach einem Rückbau sei die Straße an ihrer schmalsten Stelle noch 2,10 Meter breit, „als Gemeindeverbindungsstraße wäre sie dann gestorben“, so Alexandra Bauer. Deswegen habe die Gemeinde es zu dem Verfahren kommen lassen müssen. Wie es weitergehen könnte, ist aus ihrer Sicht Sache der Kommunalpolitiker.

Bürgermeisterin Doris Laban war gestern vor Prozessbeginn ganz entspannt. „Wir können nur abwarten, was herauskommt. Und nach der Entscheidung müssen wir schauen. Uns fällt sicher etwas ein.“ Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am 19.Februar mit dem Thema beschäftigen. Sollte er sich gegen die Duldung der Beseitigung entscheiden, fällt das Gericht – ohne weitere Verhandlung – sein Urteil.

Die Erschließung von Unterkurf sei ja glücklicherweise gesichert, so die Bürgermeisterin, weil der Weiler von zwei Seiten anzufahren ist. Aber nicht für alle. Andreas Stern von Sternstrom ist einer der betroffenen Anlieger. „Für uns wäre es schon blöd, wenn das so käme. Denn zu uns kommen die großen 40-Tonner mit den Kabeltrommeln. Und die können aus der anderen Richtung nicht anfahren. Da ist nicht genug Platz, sie kommen nicht um die Kurven. Es muss eine Lösung gefunden werden.“ Wie seine Nachbarn und die Gemeinde das hinbekommen, da will er sich nicht einmischen. Das sei Sache der Beteiligten, findet er.

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