Pittenhart – Im Mai letzten Jahres hatte der Gemeinderat entschieden, dass Pittenhart sich an dem Projekt „Römerregion Chiemsee“ beteiligt. In den Leader-Regionen Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen hatten sich elf Gemeinden zusammengeschlossen, um die Geschichte der Römer und vorangegangener Besiedelungsepochen sowie die zahlreich vorhandenen Spuren in der Region Chiemsee zeitgerecht und attraktiv zu präsentieren und auch für den Tourismus zu nutzen.
Das Konzept für die gesamte Region liegt jetzt vor. In ihm wurden die Bestände an historischen Funden erfasst und Maßnahmen zur Darstellung und Vermarktung in der gesamten Region erarbeitet, ebenso Vorschläge für die individuelle Umsetzung in den einzelnen Gemeinden.
Die für Pittenhart vorgeschlagenen Maßnahmen sind bereits mit Ortsheimatpfleger Sebastian Guggenhuber abgestimmt und wurden nun von Bürgermeister Sepp Reithmeier den Gemeinderäten mit Kostenangaben vorgestellt. An zwei Orten soll sich Pittenhart künftig als Teil der „Römerregion Chiemsee“ präsentieren.
Kultplatz Höhenberg einmalig in der Region
Für den Beschluss zur Teilnahme am Projekt hatte die Fundstelle am Höhenberg im Grenzgebiet von Pittenhart zu Seeon und Obing eine große Rolle gespielt, denn der über 1500 Jahre genutzte Kultplatz ist einmalig in der Region und darüber hinaus. Daher hängt ein wesentlicher Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen mit der Gestaltung dieses Platzes zusammen, vom Ausbau des Weges dorthin über ein Podest und Sitzgelegenheiten sowie Infotafeln, unter anderem über die Bedeutung des Kultplatzes und die in der Nähe verlaufende Salz- und Römerstraße, von der ebenfalls noch Reste zu sehen sind, und als besondere Attraktion ein „Fenster in die Vergangenheit“ mit Blickrichtung nach Seebruck – also Bedaium – und Chiemsee.
Doch sollte das Römerprojekt auch genutzt werden, um bei der Neugestaltung der Dorfmitte zwischen Kriegerdenkmal und Alter Zollstation einen speziellen Akzent zu setzen, meinte Reithmeier, und zwar durch die Aufstellung einer Nachbildung des in Pittenhart gefundenen Römersteins. Mit erläuternder Infotafel würde das mit 6000 Euro zu Buche schlagen. Insgesamt sei mit Kosten von etwa 22000 Euro zu rechnen, wobei davon 60 Prozent durch die Leader-Förderung getragen würden, erklärte Reithmeier.
Der Bürgermeister plädierte für die Verwirklichung des Gesamtpakets an Maßnahmen und fand schnell die Zustimmung der Gemeinderäte.
So betonte unter anderem Engelbert Buchner die Bedeutung des Römersteins, der einer von nur drei Jupiter und dem keltischen Gott Bedaius gewidmete Weihesteinen in der Gegend sei und die einmalige Chance, die für Pittenhart als Tourismusort in der gemeinsamen Vermarktung des Gebietes als „Römerregion Chiemsee“ läge.