Obing –Sebastian Wörndl, Schulsozialarbeiter an den Grundschulen Obing und Pittenhart, berichtete in der Gemeinderatssitzung über seine Arbeit in der Schule. Die Themen sind vielfältig: Auch „Mobbing“ kommt vor.
Täglich führe Gespräche mit Lehrern, der Schulleitung und Schülern, erklärte Sebastian Wörndl. „Dabei geht es oft um aktuelle Themen und Befindlichkeiten“, sagte er. Es seien zwar nicht viele Fälle, mit denen er sich intensiv beschäftigen müsse, aber doch ein paar. Im Januar seien es an der Grundschule Obing und Pittenhart beispielsweise zehn Schüler gewesen, mit denen er häufiger den Kontakt suchen musste, darunter eine Schulverweigerung, ein Schüler mit Migrationshintergrund, der betreut werden musste, vier verhaltensauffällige Schüler und vier Fälle, bei denen Wörndl Konflikte unter den Schülern lösen musste. Über all diese Themen wollten die Mitglieder des Gemeinderates mehr wissen.
Migration
Thomas Breu (Politische Alternative Obing) wollte wissen, ob es in der Schule Probleme mit Schülern mit Migrationshintergrund gebe. „Teils, teils“, antwortete Wörndl. „Man sieht schon, ob die Kinder schon etwas erlebt haben, was sie nicht sollten.“ Vor allem auf dem Pausenhof, wenn es lauter wird, merke man, wenn sich Schüler aus Flüchtlingsfamilien zurückhalten.
Deutsch-Förderung
Hier gebe es, so Wörndl, einen großen Pool an Lernpaten, die sich um diejenigen Schüler, die nur geringe Deutschkenntnisse haben, kümmern. So hätten sich beispielsweise bei einer neuen Schülerin in Pittenhart gleich mehrere Paten gemeldet, die die Deutschförderung übernehmen wollen. „Das läuft super, auch zusammen mit den Lehrern.“
Mobbing
Korbinian Stettwieser (Politische Alternative Obing) brachte das Thema Mobbing zur Sprache. Wörndl sagte hierzu: „Ich denke, das ist immer ein Thema.“ Aber die Schüler wüssten, sie könnten ihn bei Problemen dazu- bitten. Er versuche, Themen mit Methoden aus der Erlebnispädagogik aufzuarbeiten, anhand von gemeinsamen Aufgaben die erledigt werden müssten und Rollenspielen. Wörndl hat die Erfahrung gemacht, dass Mobbing über einen längeren Zeitraum nicht sehr häufig vorkommt, wie er sagte.
Er merkte aber auch an, dass der Pausenhof der Obinger Grundschule es bedinge, dass Schüler ausgeschlossen würden. Hier gebe es viele Ecken, in die sich kleine Grüppchen zurückziehen könnten und die die Pausenaufsicht auch nicht gut überblicken könne.
Handy und Internet
Das Thema „Gefahren des Internets und Smartphonenutzung“ schnitt Martin Maier, Großbergham, (CSU) an. Wörndl erklärte, dass dieses Thema in der Medienwoche, die an der Grund- und Mittelschule veranstaltet worden war, groß behandelt worden sei. Es sei aber immer wieder Thema, vor allem bei den älteren Kindern im Jugendtreff. Hier fragten sie häufig nach, wie sicher Apps seien und wie diese funktionieren.
Maier fragte außerdem, ob man nicht Aktionen wie Handyfasten organisieren könnte. So etwas sei ebenfalls in der Medienwoche veranstaltet worden, so Wörndl. Etwa 20 Schüler hätten daran teilgenommen und ihre Erfahrungen, wie es ist, einmal das Handy ausgeschaltet zu lassen, dokumentiert. Wörndl macht außerdem viele kleine Aktionen, um die Kinder von den Smartphones fernzuhalten. So werde im Jugendtreff das WLAN ausgeschaltet, wenn alle Jugendlichen ihre Smartphones herausholen. Beim gemeinsamen Essen sei das Handy tabu. Die ersten drei, die nach dem Essen ihre Smartphones herausholen, müssten abspülen. „Nach dem Essen ist immer ziemlich lange handyfreie Zone“, sagte der Jugendsozialarbeiter lachend.
Mittagsbetreuung
Um das Thema Essen ging es auch im nächsten Punkt. Den brachte Armin Plank (Politische Alternative Obing) zur Sprache. Engagiert sich der Jugendsozialarbeiter auch in der Mittagsbetreuung? Er sei von Zeit zu Zeit „drüben“, sagte Wörndl. Es gebe auch beratende Gespräche mit der Mittagsbetreuung, aber in diesem Bereich sei er nicht so aktiv. Das gehe auch nicht, denn hierbei handle es sich um einen anderen Träger.
Sozialtraining
Wie das von Wörndl angesprochene Sozialtraining generell funktioniere, wollten gleich mehrere Gemeinderatsmitglieder wissen. Wörndl sagte, er stehe dabei intensiv im Kontakt mit den Lehrern und den Eltern. „Das läuft alles spielerisch.“ Er verdeutlichte das am Beispiel: „Wie gehe ich gut gelaunt in die Schule?“ Das werde mit dem Schüler thematisiert und eingeübt. Bei Kartenspielen teste er auch, wie fair ein Schüler spielt oder ob er häufig „bescheißt“. Die Ergebnisse bespreche er anschließend mit den Eltern. Bei schwierigeren Fällen sucht sich Wörndl auch Unterstützung von außen, sei es von Psychologen oder dem SPZ. „Es gibt auch Fälle, bei denen man schon auch etwas mit nach Hause nimmt“, sagte er abschließend. Bürgermeister Josef Huber (Freie Wähler) würdigte die Arbeit des Schulsozialarbeiters: „Alle Kinder haben Vertrauen in Dich, das muss man sich erst einmal erarbeiten“, betonte er.