Riesenüberraschung bei Bettelhochzeit

von Redaktion

Und auf einmal war der Bräutigam ein anderer. So geschehen bei der Bettelhochzeit in Schwabering, zu der bei strahlendem Sonnenschein über Tausend Besucher strömten. Braut Olga fackelte nicht lange, suchte sich einen neuen Gemahl.

Söchtenau-Schwabering – Es war erstmals nach 23 Jahren, dass so eine Hochzeit wieder in Schwabering veranstaltet wurde. Veranstalter war die Landjugend, unterstützt von der Schwaberinger Feuerwehr.

Schorsch Puffinger, 66-jähriger Landwirt, und seine Braut, die aus Russland stammende Olga, wurden auf dem Misthaufen getraut. Unmengen von Schaulustigen schauten sich am Ort des Geschehens, in der Dorfmitte von Schwabering, das Spektakel in aller Ruhe an. Viele fantasievolle Maskierte waren zu sehen. Nach der Trauung fand beim Adlmaierhof in Haid die Weinstube statt. Ein Hochzeitsbaum wurde schon vorher mit zahlreichen Helfern aufgestellt.

Gleich zu Beginn war die Aufregung groß. Bräutigam Schorsch Puffinger war nicht aufzufinden. Verzweifelt ließ der Hochzeitslader bereits vorsorglich seine „Notfallliste“ mit vielen Schwaberingern – aber bei weitem mehr Söchtenauer – Junggesellen holen. Doch zur Erleichterung aller machte sich dann der Bräutigam im gerade angelieferten Klowagen bemerkbar. Er war in diesem wohl am Vorabend beim Weiberfasching in Söchtenau eingeschlafen. Von seiner Verlobten Olga wurde er mit den Worten „jetzt gehörst mir, jetzt wird geheiratet“ begrüßt.

Fünf uneheliche Kinder und kein Geld

Nach der andächtigen Predigt des Pater Petro Fill räumte Schorsch Puffinger kleinlaut ein, bereits eine Charge von fünf unehelichen Kindern zu haben und im Übrigen leider völlig pleite zu sein. Seine geliebte Olga war vor allem über die finanzielle Situation gar nicht begeistert und meinte: „Bei Schuldschein hört Liebe auf.“

Enttäuscht über die wahren, materiellen Hochzeitsgründe seiner Olga und zur großen Verwunderung der anwesenden Hochzeitsgäste ließ Schorsch Puffinger seine Braut auf dem Misthaufen stehen und machte sich aus dem Staub. Die Suche nach einem neuen Hochzeiter aus dem Publikum gestaltete sich erwartungsgemäß sehr schwierig.

Doch Markus Weichfrau fasste sich ein Herz und gab der heiratswilligen Olga trotz lautstarker Einwände seiner Mutter Soffe das Ja-Wort. Für das dargebotene Schauspiel gab es anschließend stehenden Applaus vom begeisterten Publikum.

Da auch die Stimmung in der Weinstube und im Partyzelt bestens war, waren sich die Veranstalter und die Besucher einig, dass es spätestens in 23 Jahren wieder eine Bettelhochzeit in Schwabering geben sollte.

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