Rekord: 343000 Euro aus 113 Pfarreien

von Redaktion

61 Sattelzüge, 1000 Paletten Lebensmittel, 20000 Hilfspakete, 343000 Euro – „Junge Leute helfen“ zog eine rekordverdächtige Bilanz der aktuellen Hilfsaktion.

Rosenheim/Chiemgau – Die Balkanhilfe „Junge Leute helfen“, ein Netzwerk von kirchlichen Gruppen aus 113 Pfarreien zwischen Inn und Salzach, hat 2018 einen Rekorderlös von über 343000 Euro gesammelt. Außerdem wurden 20000 Hilfspakete von der Bevölkerung entgegen genommen und über 1000 Paletten Lebensmittel mit 61 Sattelzügen in die Krisenregionen der Länder Kosovo, Albanien, Bosnien, Montenegro und Kroatien sicher überbracht.

Ermöglicht wurde dieser Erfolg durch hunderte von Helfern von Gruppen wie Landjugend, Frauengemeinschaften und Frauenbund, Kolpingfamilien, KAB, KJG, Burschenvereinen, Ministranten, Pfadfindern, Jugend 2000, Landvolk sowie den Pfarrgemeinderäten aus 113 Pfarreien. Diese haben in der Adventszeit wochenlang geworben, verpackt und die Hilfspakete in das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Zentrallager in Kienberg gebracht. Dort wurden die Hilfsgüter von etwa 200 Jugendlichen auf die ersten fünf Hilfstransporte verladen und 20000 gefüllte Bananenkisten bis zu sechs Meter hoch eingelagert. Darunter waren auch 60 Jungs zwischen elf und 17 Jahren der Gruppe „GetStrong“, die sich bei einem Einkehrwochenende in Obing zudem mit dem Thema „Hilf mir, es selbst zu tun“ mit nachhaltiger Entwicklungshilfe beschäftigt haben sowie viele Firmlinge. Auf dem Zentralkonto gingen über 3700 Spenden ein und Sparschweine wurden mit mehr als 50000 Euro an den 100 Sammelpunkten gefüllt.

Viel Leidenschaft war auch bei den caritativen Aktionen erkennbar: Vielerorts wurde Klopfer gesungen, Punsch verkauft oder wie im Kindergarten Siegsdorf liebevoll Weihnachtspakete von Kindern gepackt. Frauengemeinschaften spendeten den Reinerlös der Weihnachtsbazare. Sitzungsgelder von Gemeinderäten, Geburtstagsgaben und Grabspenden seien zudem beispielhaft genannt.

56 Hilfstransporte – dies entspricht einer Kolonne von über einem Kilometer – überbrachten 840 Tonnen Hilfsgüter oder geschätzte eine Million Mahlzeiten, die insbesondere in drei Armenküchen in Zagreb, Sarajevo und Pristina mit etwa 1500 Bedürftigen täglich verteilt werden. Regelmäßig erfolgt durch sieben Caritaszentralen die Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige Familien.

Allein im Kosovo wird in 28 Orten ehrenamtlich verteilt. In Krankenhäusern, Alten- und Waisenheimen erreicht die Hilfe vor Ort besonders die sozial Schwachen. Hier sind die großzügigen Spenden von Firmen wie Hipp, Adelholzen und Dr. Oetker hervorzuheben, welche oft ganze Sattelzüge an Spendenware zur Verfügung stellen.

Nutztiere als Basis für eine neue Existenz für verarmte Bauern

Ein besonderes Anliegen sind den Organisatoren die Nachhaltigkeitsprojekte, die durch konkrete Spenden zunehmend unterstützt werden: Unter dem Motto „Der gute Hirte“ werden Nutztiere vor Ort gekauft und an verarmte Bauern als Grundlage für eine neue Existenz verteilt. Weitere Paten konnten gewonnen werden, die mit 100 Euro monatlich eine Berufsausbildung oder ein Studium ermöglichen. Eine Gruppe von Jugendlichen wird im Sommer am Hausbauprojekt für arme Familien in den Bergen Nordalbaniens mitarbeiten. Hinzu kommen viele Firm- und Landjugendgruppen aus der Region sowie ein treues „Rentnerteam“, die wöchentlich etwa zehn Tonnen Hilfsgüter verladen und auf den Weg bringen. re

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