„Standort Ortsmitte nur Notlösung“

von Redaktion

Neubau Grundschule Machbarkeitsstudie im Gemeinderat Bad Endorf vorgestellt

Bad Endorf – Das Thema Neubau einer Grundschule hält die Marktgemeinde Bad Endorf weiter in Atem. Der Gemeinderat will ein Ratsbegehren auf den Weg bringen und für die Ansiedlung am Schulzentrum werben. Ganz anders sehen das einige Eltern. Sie bevorzugen einen Neubau mitten im Ort, beispielsweise hinter der Raiffeisenbank. Ihr Bürgerbegehren ist jüngst an formalen Kriterien gescheitert. Nun wollen sie es noch einmal versuchen.

Fläche genau

betrachtet

In der jüngsten Ratssitzung erläuterte Michael
Mayer von der Planungsgruppe Strasser ihre Machbarkeitsstudie. Das Unternehmen war von der Gemeindeverwaltung beauftragt worden, beide Standorte zu untersuchen. „Gegenüber dem vom Marktgemeinderat beschlossenen Standort innerhalb einer neuen Schullandschaft im Bereich der jetzigen Mittelschule wäre ein Neubau in der Ortsmitte in jeder Hinsicht auf Kante genäht und damit nur eine Not- aber keine Ideallösung.“ So lautete das Fazit der Planungsgruppe.

Die Einschränkungen, die die Planungsgruppe Strasser am Standort hinter der Raiffeisenbank sieht, resultieren vor allem aus der Größe der zur Verfügung stehenden Fläche und der Tatsache, dass als Zufahrtsstraße nur die dafür kaum geeignete Katharinenheimstraße in Frage kommt. Grundschule, Hort und benötigte Pausenflächen seien „gerade so“ auf dem Areal hinter der Raiffeisenbank unterzubringen, aber auch nur, wenn Verwaltungs- sowie teilweise auch Unterrichtsräume im Keller des Gebäudes untergebracht werden. Das jedoch widerspreche nach Ansicht der Planungsgruppe einem modernen Schulkonzept.

„Obendrein fehlen an diesem Standort die vorgeschriebenen Stellplätze für Lehrkräfte und Besucher“, hieß es dazu in der Sitzung. In der Praxis müssten sich die Mehrzahl der Lehrer und Besucher anderswo Parkmöglichkeiten suchen, was als problematisch gelte, erklärten die Planer. „Vor allem auch der Zubringerverkehr für die Schüler gestaltet sich schwierig, weil es nicht möglich ist, in der Katharinenheimstraße eine Busbucht anzulegen.“ Die Busse, die die Kinder nicht zur Schule, sondern von der Schule auch zum Sport und zum Verkehrsübungsgelände bei der Mittelschule zu bringen hätten, müssten im Bereich des ruhenden Verkehrs halten. Ein an sich zwingend notwendiger barrierefreier Zu- und Ausstieg sei dort aber keinesfalls zu realisieren, für privaten Zubringerverkehr sei sowieso faktisch kein Platz.

Weitere Einschränkungen sah die Planungsgruppe in der Tatsache, dass die Schule mitten in einem Wohngebiet liegt, ihr Gebäude aber recht dominant sei, vor allem dann, wenn man auf einen drei- statt den für eine Grundschule besser geeigneten zweigeschossigen Bau setze.

Wegerechte

noch ungeklärt

Darüber hinaus existierten auf dem Areal, das durch sein Gefälle zusätzlich bauliche Herausforderungen stelle, auch noch Wegerechte, über deren Behandlung noch zu diskutieren sei. Nicht vergessen werden dürfe schließlich auch, dass durch den Bau der Grundschule an dieser Stelle der Gemeinde die dort eigentlich geplante Möglichkeit zur Wohnbebauung verloren gehe, ebenso die dort angedachte Tiefgarage.

Vor diesem Hintergrund entstand im Gemeinderat fraktionsübergreifend eine Diskussion darüber, ob das geplante Ratsbegehren überhaupt sinnvoll sei. Ein Teil der Gemeinderäte war der Ansicht, man müsse dem Willen der Bürger nach Mitentscheidung unbedingt Rechnung tragen, auch wenn der Standort in der Ortsmitte keine sinnvolle Alternative sei. Andere hielten es geradezu für eine Irreführung des Bürgers, ihn zwischen zwei Lösungen entscheiden zu lassen, von denen die eine in Wahrheit keine sei, weil in keiner Weise tauglich.

Vielleicht, so die kurzfristige Hoffnung des Gemeinderats, hätten die vorgetragenen Argumente der Planungsgruppe auch die bei der Sitzung anwesenden Initiatoren des Bürgerbegehrens überzeugt, weshalb Robert Staber von der Bürgerinitiative ein Rederecht eingeräumt wurde. Dieser aber hielt einen Standort in der Ortsmitte nach wie vor für möglich, kündigte innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen sogar die Einreichung einer Unterschriftenliste für ein erneutes, in den Formulierungen, nicht aber in der Sache überarbeitetes Bürgerbegehren an. Auf die prekäre Platz- und Verkehrssituation bei einer Schule in der Ortsmitte ging er auch auf Nachfrage des Gemeinderates nicht ein. Robert Staber verwies vielmehr darauf, dass bei der Machbarkeitsanalyse weitere Alternativen wie die Trennung von Hort und Grundschule oder eine Sanierung des bestehenden Grundschulgebäudes nicht berücksichtigt worden seien.

Ja zu

Ratsbegehren

Demgegenüber steht nach der Meinung des Gemeinderates die Tatsache, dass diese Möglichkeiten alle bereits diskutiert und aus schulpädagogischen, baulichen oder Kostengründen verworfen worden waren.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des zu erwartenden neuen Bürgerbegehrens einigten sich die Marktgemeinderäte schließlich darauf, dass die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung am 19. März alle nötigen Maßnahmen zur Vorbereitung eines Ratsbegehrens einleiten und dann auch den Text des Ratsbegehrens zur Abstimmung vorlegen soll.

Ein weiteres Ziel des Rates ist es, dass die geplante Schullandschaft nicht nur für Grundschule, sondern auch für Hort und Mittelschule die einzig vernünftige Zukunftslösung darstellt. Das soll noch einmal ganz klar herausgestellt werden.

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