Kein Jugendtreff in der Sporthalle

von Redaktion

Gemeinderat Aschau Nutzung nur für schulischen und örtlichen Bedarf

Aschau – Im Aschauer Gemeinderat gibt es weiter Querelen um den Bau und die Größe der künftigen Sporthalle. Jetzt musste sich das Gremium mit dem Schreiben der Initiative BI Sporthalle Aschau an den bayerischen Innenminister Joachim Hermann beschäftigen. In diesem Schreiben hatte sich die BI beklagt, dass ihre Vorschläge zum Bau der Sporthalle ignoriert würden und Bürgermeister Peter Solnar und die Mehrheit des Gremiums sich über das Ergebnis des Bürgerentscheids vom 14. Oktober hinwegsetzten.

Vor allem der Beschluss, dass der jüngste Planentwurf, der zu einer rein funktionalen 2,5-fach-Sporthalle zusätzlich noch rund 700 Quadratmeter Grundfläche für die Räumlichkeiten des Sportvereins und einen Jugendraum vorsieht, weiter verfolgt und verwirklicht werden soll, war der BI ein Dorn im Auge. Beim Bürgerentscheid war eine rein funktional 2,5-fach Halle ohne weitere Anbauten gefordert worden. Bürgermeister Peter Solnar stellte dazu fest, dass der Gemeinderat bereits frühzeitig beschlossen habe, dass außer dem Raum für den Jugendtreff, sämtliche Räume für den sportlichen Bedarf vorgesehen werden müssen. Der direkte funktionale Zusammenhang müsse nach den Vorgaben des Landratsamtes entsprechend klarer, als bisher dargestellt werden. Die Gemeinde plant eine Sporthalle für den schulischen und den örtlichen Sportbedarf. Der Gemeinderat legte die Größe der 2,5-fach-Halle bei der ersten Bedarfsermittlung so fest, dass auch Hallenfußballtraining und -spiele des örtlichen Sportvereins durchgeführt werden können. Die ursprünglich für die nächsten 50 Jahre ausgelegte Planung wurde im Dezember wesentlich reduziert. Der Rathauschef verwies auf eine möglichst wirtschaftliche Planung der erforderlichen Nutzungen. Die Einrichtung eines Jugendtreffs in einer Sporthalle werde weiterhin als sinnvoll angesehen.

Da die Bürgerinitiative immer wieder darauf besteht, dass die Gemeinde Aschau nach dem Bürgerentscheid „eine rein funktionale Sporthalle“ zu bauen habe, erkundigten sich Bürgermeister und Verwaltung bei der Bayerischen Architektenkammer, beim Bayerischen Landessportverband, beim Planungsbüro SRW und im Landratsamt nach dem Umfang eines solchen Bauwerks. Als Antwort kam zurück, dass es sich um keinen feststehenden Begriff handle, aus dem sich der Umfang der durch den Bürgerentscheid angestrebten Halle eindeutig ergebe. Unter einer rein funktionalen Sporthalle sei eine Halle zu verstehen, deren Maße, Ausbau und Ausstattung einzig der Durchführung verschiedener Sportarten dienen. Zusätzliche Räume oder Ausstattungen für eine außersportliche Nutzung seien nicht vorgesehen.

Räume nur für

sportliche Zwecke

Zu den entstehenden Kosten verwies das Architekturbüro SRW darauf, dass die genannten Einsparpotenziale in keinerlei Zusammenhang mit der Kostenberechnung vom November 2017 stehen. Die Rechtsaufsicht beim Landratsamt unterstrich, dass das Ergebnis eines Bürgerentscheides nicht die wirtschaftlichste und kostengünstigste Alternative darstellen müsse.

Bürgermeister Peter Solnar ergänzte schließlich den umstrittenen Beschluss vom Dezember und stellte ihn zur Abstimmung. Mit zwölf gegen sieben Stimmen wurde dieser Beschluss angenommen.

Damit ist der Jugendtreff vom Tisch. Stattdessen soll der hierfür vorgesehene Raum für sportliche Zwecke verwendet werden. Auch alle anderen Räume sollen nun sportlichen Zwecken dienen.

Hauptnutzer der neuen Einrichtung sind die Schule und der örtliche Sportverein. Es wird in diesem Beschluss ausdrücklich festgestellt, dass alle Räume in einem funktionalen Zusammenhang mit dem Sport stehen. Damit wird – nach Auffassung des Gemeinderates – dem Bürgerentscheid voll entsprochen.

Die Nichtzulässigkeit des Jugendtreffs im Hallengebäude wurde bedauert, ebenso die Feststellung des Landratsamtes, dass das Ergebnis eines Bürgerentscheides nicht die wirtschaftlichste und kostengünstigste Alternative darstellen muss.

Der Antrag der Gemeinderäte Werner Runte, Jakob Hündl, Wolfgang Rucker, Andreas Schmidt, Peter Thaurer und Georg Westenthanner (alle CSU), lediglich eine 2,5-fach-Halle zu bauen und alles andere wie Jugendraum und Vereinsheim zu streichen, wurde mit 13:6 Stimmen abgelehnt.

Artikel 10 von 11