Samerberg (hö) – Im Alter von fast 95 Jahren ist Josef Bauer aus Hartbichl bei Grainbach am Samerberg verstorben. Die Trauerfeier in der voll besetzten Kirche „St. Ägidius und Nikolaus“ in Grainbach wurde von den Inntaler Sängern volksmusikalisch gestaltet. Diakon Günter Schmitzberger erinnerte in seinem Nachruf an das zum Teil schwere Leben des Verstorbenen.
Der „Hartbichler-Sepp“ wurde 1924 in Hartbichl als fünftes von insgesamt 13 Geschwistern geboren. Er wuchs während der Inflationszeit auf einem Bergbauernhof auf. 1942 wurde Bauer zum Militär eingezogen und kam erst nach vier Jahren jugoslawischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1949 heim.
Nach der Rückkehr übernahm er den heimatlichen Hof. 1968 heiratete er Amalie Huber aus Obermühl bei Vogtareuth.
Zwei Söhne und eine Tochter wurden den beiden geboren. Seine Erlebnisse von sieben Jahren Krieg und Gefangenschaft hat Sepp Bauer in einem Büchlein mit dem Titel „Weit war der Weg in die Heimat“ festgehalten. Diakon Günter Schmitzberger würdigte die tiefe Gläubigkeit des Verstorbenen sowie die Heimat-, Natur- und Tierliebe des mehrfach ausgezeichneten Rinderzüchters. Als „Vorbild und Respektsperson“ bezeichnete Wolfgang Uhl namens des Bauernverbandes den „Hartbichler-Sepp“, der auch treues Mitglied beim Almbauerverband war.
Auf dem Friedhof ehrte Michael Irger vom Veteranenverein Törwang-Grainbach das treue Vereinsmitglied und die Samerberger Bläser den Kriegsteilnehmer mit dem Lied vom „Guten Kameraden“. Der Trachtenverein Hochries-Samerberg gedachte des langjährigen Mitglieds ebenso wie der Veteranenverein mit einer Fahnenabordnung.