Abtanzen bei Traumwetter

von Redaktion

Rohrdorfer Faschingszug begeistert die Narren – Motto „Wuid und laud“

Rohrdorf – Bestes Wetter, 39 Wagen und Fußgruppen, dazu zahllose Zuschauer auf dem vollgesteckten Marktplatz und entlang der Zugstrecke: Der Rohrdorfer Faschingsumzug war, ganz dem Faschingsmotto gemäß, „wuid und laud“.

Die Bandbreite der Wagen war groß: Natürlich war der „Bienen-Volksentscheid“ ein Thema, abgehandelt aus unterschiedlichen Sichtweisen und deshalb nicht nur als Bienen-, sondern auch als Bauernsterben aufgegriffen. Selbstverständlich fehlte der geplante Ausbau der A8 sowie der Brennerbasistunnel nicht. Schlechte Aussichten sagte ein Wagen mit Wahrsagerzelt für den Fall der Verwirklichung der Gemeinde Rohrdorf voraus, die zum Geisterdorf wird, während ein anderer die „lieben Politiker“ darauf hinwies, dass hier jeder Bürger „die Wahl“ habe. Dazu gesellten sich jede Menge Seitenhiebe auf Sachverhalte, die nicht ganz so aktuell, aber nach Sicht der Wagenbauer auf jeden Fall eine Erwähnung wert waren: Politische correctness oder der alljährliche Holländer-Einfall unter dem Motto „Koa Parkplatz und koa Stammtisch frei, z’ Holland müssen Ferien sei“. Andere Wagen kümmerten sich um den maroden Zustand der Bundeswehr oder um die ursprünglich geplante Rodung des Hambacher Forstes. Andere wiederum drangen mehr ins Lokale vor. Zum Beispiel die Fußgruppe, die sich mit der Tatsache beschäftigte, dass es in Rohrdorf keine weiblichen Feuerwehrleute gibt. Ändere sich daran nichts, so die Prophezeiung, werde die freiwillige Feuerwehr aus Mangel an männlichem Nachwuchs möglicherweise irgendwann rein weiblich.

Nicht vergessen dürfen natürlich die Gilden aus Aschau, Bad Endorf, Bernau, Prutting, Rosenheim und Vogtareuth werden, der Spielmannszug aus Stephanskirchen und vor allem die Prinzenpaare. Viele verließen im zweiten Durchgang des Zuges durchs Dorf Auto oder Wagen und mischten sich unters narrische Volk. In diesem Zusammenhang muss unbedingt auch Rohrdorfs Pfarrer Robert Baumgartner erwähnt werden: Er hatte nicht nur am Samstag noch eine Messe für die Faschingsgilde zelebriert, bei der das Prinzenpaar zum Abschluss mitten in der Kirche noch einen Walzer tanzen durfte, er war auch beim Zug mit auf dem Wagen der Rohrdorfer und ganz offensichtlich begeistert mit dabei.

Für die Rohrdorfer hieß es nach dem Zug „Nach dem Zug ist vor dem Faschingstreiben“: Die Turner-Hölzl- Halle leerte sich erst langsam gegen elf Uhr abends.

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