Sachrang/Kufstein – Es gibt eine ganze Menge Worte, um Großartiges zu beschreiben. „Die reichen aber alle nicht aus für unsere Fatbike TwinTop Tour!“ findet Organisator Uwe Matthies. Der werde nur „der ultimative Superlativ“ gerecht: „Fat“.
Selbst gestecktes Ziel war, mindestens fünf Teilnehmer zum Mitmachen zu bewegen. Diese Messlatte wurde schnell gerissen. „Beim Endstand zum Ende der Ausschreibungsfrist mussten wir uns selbst die Augen reiben: Unserem Aufruf sind mehr als 30 Fatbiker und Fatbikerinnen gefolgt.“
Fatbiker sind die Frauen und Männer, die auf männerunterarmdicken Reifen per Fahrrad unterwegs sind. Kreuz und quer durchs Gelände. Da standen sie nun, mehr als 30 Fatbiker vor den Toren des Sachranger Hofes. Die Meisten kannten sich ja nicht. Aber alle hatten ein gemeinsames Thema. Fast alle gängigen deutschen und sogar einige österreichische Dialekte waren vertreten. „Einen so bunt gemischten Haufen interessanter Menschen hat man selten. So war es auch mit den Bikes – vom puristischen non-suspension Fatty bis zum Carbon Boliden, ohne Motor, mit Motor, ohne Gepäckträger oder sogar ein komplettes Lastenfatty. Alles war dabei“, ist Uwe Matthies auch ein paar Tage nach der Tour noch begeistert.
Dann endlich: Start! Zur Priener Hütte geht es gut 700 Meter senkrecht nach oben, „zum Glück locker flockig verteilt auf etwa acht Kilometern Weg.“ Die Bedingungen waren optimal: Der Schnee war griffig, weder pappig noch pulvrig. Dazu strahlender Sonnenschein und gigantische Aussicht.
„Kurz vor Erreichen der Hütte hat man noch eine richtig fiese Rampe zu bezwingen. So konnten wir uns Kaffee und Kuchen mit Maximalpuls verdienen. Kaffee, Kuchen, Bier und Aussicht auf der Sonnenterrasse der auf 1410 Metern Höhe gelegenen Hütte entschädigten für jede Mühe“, so Matthies.
Am Abend berichtete Fatbike-Einzelkämpfer und „Yukon Arctic Ultra“-Gewinner Flori Reiterberger von seinem Abenteuer bei -35° Grad. „Dagegen wirkt die gerade beschriebene Rampe im Aufstieg direkt niedlich…“, hält Matthies fest. Die Spannung sei um so größer gewesen – „wie oft hat man die Chance, den Wahnsinn des „YAU“ aus erster Hand erzählt zu bekommen?“ Der anschließen geplante Feier-Abend wurde dann zum Feierabend, da Hüttenruhe ab 22 Uhr galt.
Bei strahlendem Sonnenschein traten die TwinTopTour-Biker am Morgen den Weg nach unten an. „Umgeben von saucoolen Leuten, haufenweise Fat-
bikes, Sonne, gigantische Aussicht und eine acht Kilometer lange Talabfahrt. Kann das Leben besser sein?“
Es kann, stellt Uwe Matthies fest. Die Auffahrt zum Weinbergerhaus sei landschaftlich extrem schön gelegen. Aber hart. „Der Berg schenkt dir nichts. Und schon gar nicht, wenn du auf einem bis zwei Metern Schnee fährst. Aber dann stehst du da oben, gute 800 Meter über den Dächern von Kufstein. Der Himmel blau, die Sonne warm. Um dich herum – mitten im Winter – mehr Fatbikes als Ski und Schlitten. Überall wird gelacht und abgefeiert, gestern noch 30 Fremde, die heute 30 Freunde sind. Dann weißt du: Das ist einer dieser Momente im Leben, in denen alles passt“, hält Matthies euphorisch fest.
Das Grande Finale war dann die Abfahrt. 800 Höhenmeter auf Schnee zurück ins Tal. Und da jeder wusste, dass es keinen Berg mehr rauf geht, wurde auf den übersichtlichen Stücken, nochmal so richtig Gas gegeben und den Schnee genossen. „Am Ende sind alle satt, glücklich und – vor allem – unverletzt im Tal angekommen“, so Matthies Fazit. Wiederholung? Sicher.syl