Nachhaltig bewahren, denn „Zukunft verpflichtet“

von Redaktion

Ehrenbürger: Gemeinde Amerang würdigt das Engagement von Unternehmer Ernst Freiberger für die Dorfentwicklung

Amerang – Emotionaler Moment beim Festakt zur Eröffnung der Ausstellung „Mobile Zeiten“ in Amerang: Bürgermeister August Voit ernannte den Gastgeber, Unternehmer Ernst Freiberger (wir berichteten), zum Ehrenbürger der Gemeinde.

Eine Auszeichnung, die auch Freibergers Vater erhalten hat. Und damit schließt sich der Kreis: Denn dieser hatte 1987 mit der Sammlung der Klassiker deutscher Automobilgeschichte begonnen und 1990 das Automuseum Amerang eröffnet. Sein Sohn führte dieses Werk jetzt mit Umbau und Neukonzeptionierung in die Zukunft.

„Zukunft verpflichtet“ lautet auch das Leitmotiv der Familie Freiberger. Ihr hat Amerang nicht nur die neue Ausstellung zur deutschen Automobilgeschichte zu verdanken, sondern viele weitere positive Entwicklungen der Gemeinde, betonte Bürgermeister August Voit in seiner Laudatio.

Die gute Partnerschaft zwischen Amerang und der Unternehmerfamilie Freiberger hat nach seinen Informationen mit dem Tag der Grundsteinlegung für die privaten Wohngebäude und das Stiftungsgebäude am 11. September 2001 begonnen. Nach Jahren internationaler Stationen war Freiberger damals in seinen Heimatort, wo seit über 500 Jahren die Wurzeln der Familie sind, zurückgekehrt.

Amerang ging es damals nicht gut, erinnerte sich Voit. „Der Gemeindesäckel war nicht nur leer, sondern die Verschuldung untragbar hoch und ein Berg von unerfüllten Aufgaben musste angegangen werden.“ In Strategiegesprächen im Gemeinderat und mit Freiberger sei der Beschluss gereift, antizyklisch zu handeln: die wenigen noch vorhandenen Gewerbesteuerzahler nicht noch mit einer höheren Gewerbesteuerumlage zu belasten, sondern mit einer niedrigeren Umlage zu entlasten. Diese Strategie und auch die Verlagerungen von Freiberger-Betrieben nach Amerang führten nach Erfahrungen von Voit zur Ansiedlung von wichtigen und gesunden Gewerbebetrieben mit vielen ortsnahen, hochwertigen Arbeitsplätzen. Die Gemeinde wurde entschuldet – und erhielt für diese Leistung vom Bund der Steuerzahler sogar den Sparehrenpreis.

Voit würdigte auch Freibergers Verdienste bei der Umgestaltung der Ortsmitte von Amerang. Dank seiner Unterstützung sei es gelungen, das Rathaus – statt wie zuerst geplant in zweiter Reihe – dann doch gegenüber der Kirche in der Ortsmitte anzusiedeln, „da wo es hingehört.“ Mit der Sanierung und Belebung eigener Gebäude habe Freiberger ebenfalls entscheidend zum heutigen Erscheinungsbild im Zentrum beigetragen.

Verdienste habe sich die Familie auch im sozialen und gesellschaftlichen Leben Amerangs erworben, so der Rathauschef weiter. Voit nannte als Beispiel unter anderem das Hofgut in Weng, das sich auch dem Erhalt von gefährdeten Tierrassen und der Produktion von gesunden Lebensmittel widme. Mit der Eröffnung der neuen Ausstellung „EFA Mobile Zeiten“ am 1. März bleibe Freiberger seinem Lebensmotto treu: „Nicht nur Altes bewahren und konservieren, sondern daraus Ideen für eine nachhaltige Zukunft entwickeln“. Dazu trage auch der „Ameranger Disput“ bei. Hier würden wichtige gesellschaftspolitische Themen mit hochkarätigen Referenten aus der ganzen Welt bearbeitet – mit dem Ziel, nachhaltige Studien zu erstellen. Amerang profitiere außerdem vom Bekanntheitsgrad der Rehakliniken in der zur Freiberger Unternehmensgrupe gehörenden Medical Park AG, Qualitätsführer in der medizinischen Rehabilitation in Bayern und über Deutschland hinaus.

Überrascht und im „Innersten tief berührt“ zeigte sich Freiberger angesichts der Auszeichnung. Die Ehrenbürgerschaft sei Motivation, sich weiter intensiv einzubringen in die Dorfentwicklung, betont er auch im Namen seiner Ehefrau Anja. duc

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