Riedering – Der Bärnhof liegt idyllisch mitten im Grünen. 21 Pferde aller Größen und Farben sind dort zuhause. Drei waren mit ihren Besitzerinnen unterwegs, gerade erst losgezogen, da sah Anja Becker blaue Päckchen in der Wiese liegen. „Wir haben noch gealbert, dass da jemand seine Kondome verloren hat“, erzählt Anja Becker.
Nur die Dritte im Bunde, die sah sofort, dass es keine Präservative sind, sondern Rattengift. Nach dem Ausritt zogen die Tochter von Maria Rieder und eine der Reiterinnen los, sammelten die sieben Päckchen Rattengift ein.
Anja Becker und Maria Rieder sind sich einig in ihrem Entsetzen: An der Wiese führt ein gerne von Familien genutzter Rad- und Wanderweg vorbei. „Wenn die Päckchen nicht gefunden werden, steckt sich womöglich ein kleines Kind das Gift in den Mund. Oder ein freilaufender Hund frisst es. Oder unsere Pferde, die jetzt gerade angrasen“, so Anja Becker. Die sich gar nicht vorstellen mag, wie lange die Päckchen dort schon liegen, „es lag ja wochenlang Schnee…“
War es ein gezielter Anschlag? Das mag Maria Rieder nicht glauben. Aber auch nicht ausschließen. Der Bärnhof ist relativ abgelegen, vom Rad- und Wanderweg abgesehen. „Bei uns in der Nachbarschaft ist so etwas das erste Mal vorgekommen“, sagt Maria Rieder.
Polizei: Mal ist es Gift, mal sind es Klingen
Generell tauchen derartige Fälle laut Polizei momentan „leider immer wieder auf – in unterschiedlicher Form. Mal ist es Gift, mal sind es Rasierklingen. Und manchmal stellt sich heraus, dass es eine ausgefallene – aber letztlich ungefährliche – Substanz ist“, heißt es bei der Polizeiinspektion Rosenheim. Die Leute seien einfach sensibler für das Thema und aufmerksamer.