Kiefersfelden – Auf richtig großes Interesse stieß die jüngste Sitzung des Gemeinderats in Kiefersfelden, wenn man die vielen Besucher als Maßstab nimmt. Auf der Tagesordnung stand das Thema „Putzen der Grundschule“. Schulleiterin Isolde Raabe sprach den Gemeinderäten ins Gewissen. Sie fordert für die Zukunft gemeindliche Reinigungskräfte, die bereits während des Tages ihre Arbeit aufnehmen können.
Bürgermeister Hajo Gruber hatte Isolde Raabe gebeten, ihren Antrag auf Durchführung der Reinigungsarbeiten an der Schule persönlich zu erläutern. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss hatte nämlich ihren Antrag im Vorfeld abgeschmettert. Doch die Schulleiterin ließ nicht locker, zumal sich jüngst durch Umbesetzung eine neue „Reinigungskonstellation“ zum Jahresende ergeben werde.
Zunächst berichtete Isolde Raabe von konstruktiven Gesprächen im Rathaus, aus denen heraus der Vorschlag entstanden sei, die frei werdende Reinigungsstelle nicht an eine Fremdfirma zu vergeben. „Wir haben an unserer Schule sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Fremdreinigung gemacht“, umschrieb die Rektorin unangenehme Erlebnisse. „Mit unserem eigenen Personal dagegen sind wir sehr zufrieden“, so Raabe. Als Gründe führte sie die „Identifikation mit der Schule“ ins Feld und auch die Anwesenheit des Reinigungspersonals noch während des Unterrichts. Das sei positiv und „im schulischen Alltag enorm wichtig“. Angefangen von zusätzlichen Reinigungsarbeiten, die aus hygienischen Gründen schnellstmöglich erfolgen müssen, über Säle und Räume, die nach Gebrauch wieder flott in den Ursprungszustand gebracht werden müssen, bis hin zu Schnee- und Räumdiensten, die keinen Aufschub dulden – die Palette der Argumente war breit gestreut.
All dies, so die Schulleiterin, sei nach ihrer Erfahrung nicht möglich mit Reinigungskräften von Fremdfirmen, die oft erst weit nach Schulschluss ihre Arbeit aufnehmen. „Es fehlt der direkte Ansprechpartner, und auch der persönliche Kontakt ist nicht so, wie er sein sollte.“ Nach eigener Erfahrung mit Fremdreinigung „lässt die Sauberkeit im Haupthaus zu wünschen übrig“. Zudem sei das Personal, das diese Reinigung durchführt, oft nicht bekannt oder wechsele öfter. Zum Schluss ihres Plädoyers führte sie aus, dass nahezu alle Schulen in der Umgebung gemeindliche Reinigungskräfte beschäftigen. „Das habe ich telefonisch bei meinen dortigen Kollegen erfragt.“
Zum Ende ihres Berichtes appellierte sie an den Gemeinderat, „die frei werdende Stelle mit einer gemeindlichen Reinigungskraft zu besetzen“.
Bürgermeister Hajo Gruber (Unabhängige Wähler/UW) sah einen „gemeinsamen Konsens mit der Schule sehr nahe, denn für unsere Kinder ist das Beste gerade gut genug“. Auch Parteikollege Josef Steigenberger stellte fest, dass eine „Mischform der Reinigung sich bewährt hat und gut ist“. Hans Hanusch (SPD) sieht vorrangig einen „persönlichen Kontakt mit dem Reinigungspersonal, das ist sehr wichtig“. So erfolgte abschließend ein einstimmiger Beschluss, die Stelle der Reinigungskraft, die heuer frei wird, möglichst mit einer gemeindlichen Reinigungskraft neu zu besetzen.