Stephanskirchen – Mehr Bedarf als Angebot. So ist die Situation bei Pflegeplätzen in der Gemeinde. „Bitter, weil dann Gemeindebürger wegziehen müssen“, findet Bürgermeister Rainer Auer.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung war der Bedarf an Pflegeplätzen Thema. Derzeit ist der Leonhardihof der Mayer & Reif GmbH die einzige Einrichtung in der Gemeinde, die stationäre Vollzeitpflege anbietet. 20 Frauen und Männer hätten sie im vergangenen Jahr abweisen müssen, so Alois Reif.
Reif und sein Geschäftspartner Stefan Mayer, die insgesamt sieben Häuser in der Region betreiben, würden den Leonhardihof gerne um 30 Einzelzimmer erweitern, wie auch in der Sitzung erklärt. Platz wäre vorhanden, der Leonhardihof liegt 200 Meter hinter dem Rathaus an der Hoffeldstraße an einem Grundstück, das der Gemeinde gehört.
Ein Grundstück, auf dem Wohnungen gebaut werden sollen, auf dem Platz für einen Kindergarten wäre und eben für eine Pflegeeinrichtung. Aber: „Die Fläche dafür können wir nicht einfach so verkaufen, eine kleine Ausschreibung muss sein“, so der Bürgermeister. Was Reif nicht wirklich erschüttert: Es sei wenig sinnvoll, eine zweite Pflegeeinrichtung direkt neben dem Leonhardihof hochzuziehen, findet er. Da das Verhältnis zur Gemeinde sehr gut sei, habe er keine großen Befürchtungen.
Zum Zeitplan sagte Reif, dass – erfolge die Ausschreibung wie geplant so schnell als möglich – er die Planung noch in diesem Herbst über die Bühne bringen könne, erhielte er den Zuschlag. Dann wäre im Frühjahr 2020 Baubeginn und im Frühjahr 2021 könnten die neuen Räume bezogen werden. Diese Erweiterung des Leonhardihofes brächte es auch mit sich, dass die aktuell 16 Doppelzimmer zum großen Teil in Einzelzimmer umgewandelt werden können. Und. Ja, es wären auch mehr Arbeitsplätze. Etwa 15 bis 20 Frauen und Männer würden laut Reif gebraucht.
Noch ist der Leonhardihof die einzige Pflegeeinrichtung in der 10500-Einwohner-Gemeinde. In Schloßberg gibt es eine Seniorenwohnanlage – ohne stationäre Vollzeitpflege. Es könnte aber, so der Bürgermeister im Gespräch mit den Heimatzeitungen, eine zweite Pflegeeinrichtung entstehen: in Haidholzen Südost. Dort soll, so Auer, auf einem Teil des Geländes, dem ehemaligen „C&C Wedel“, Wohnen und Pflege ermöglicht werden.