Kleiderkammerl

Secondhand ist voll im Trend

von Redaktion

Interview Wie aus dem Kleiderkammerl Griesstätt ein Dorftreffpunkt wurde

Griesstätt – Nach drei Jahren haben Maria Grögner und Beatrix Anzenberger das ehrenamtlich betriebene Kleiderkammerl an ein neues Team übergeben. Im Interview mit unserer Zeitung erklären sie, warum die Einrichtung viel mehr ist als nur ein Secondhand-Markt.

Wie hat sich das Secondhand-Angebot in Griesstätt in den vergangenen Jahren entwickelt?

Vor drei Jahren wurden die gespendeten Waren im Wohnzimmer von der Familie Widauer in Griesstätt gelagert und von dort aus an die Flüchtlinge verteilt. Dieser Zustand war nach längerer Zeit unhaltbar, sodass die Gemeinde einen Raum für die Spenden zur Verfügung stellte. Dieser platzte schon bald aus allen Nähten, weil wir so viele Sachspenden erhielten. So kam es zur Anmietung des jetzigen Kleiderkammerls. Unterstützt von Gemeinde, Familie und Helferkreis wurde dieses mit gespendeten Regalen und tatkräftiger Hilfe eingerichtet. Was anfangs mehr oder weniger für die Asylbewerber ins Rollen gekommen war, wird erfreulicherweise immer mehr auch von den Griesstättern genutzt – ein Mehrgenerationentreff von Neu- und Alt-Bürgern. Neben dem zweimal pro Jahr stattfindenden Kleidermärkten und dem Griesstätter Hallenflohmarkt im März ist das Kleiderkammerl eine Bereicherung. Unter dem Motto „Griesstätter für Griesstätter“ liegen wir gerade voll im Trend, nichts wegzuwerfen. Was der eine nicht mehr brauchen kann, darüber freut sich der andere. Wir sind immer noch begeistert darüber, dass unsere Idee Realität wurde.

Wie viel organisatorische Arbeit steckt hinter der Kleiderkammer? Und war es schwer, ein neues Team zu finden, das diesen Aufwand auf sich nimmt?

Da wir beide berufstätig sind, musste die Zeit, die für das Kammerl erübrigt werden konnte, unseren Möglichkeiten angepasst werden. Zu den Öffnungszeiten zweimal im Monat kamen noch Aufräumarbeiten und organisatorische Aufgaben dazu. Es war klar, die Gemeinde und der Bürgermeister möchten, dass es weitergeht. Eine treue Besucherin des Kammerls, Mutter von drei Kindern, wollte unbedingt, dass es weitergeht. Sie konnte dann noch weitere Mütter und Mithelfer motivieren, sodass schnell ein engagiertes Team gefunden war – zur Freude aller.

Haben Sie selber auch schon einmal in der Kleiderkammer etwas Passendes gefunden?

Die Nachmittage im Kleiderkammerl waren oft wie das Öffnen einer Überraschungstüte. Und da waren immer wieder Teile dabei, die man selber auch gerne mitnahm.

Interview: Heike Duczek

Öffnungszeiten

Das Kleiderkammerl in der Innstraße 11 in Griesstätt (gegenüber des Feuerwehrhauses) ist jeden ersten und dritten Donnerstag jeweils von 9 bis 11 Uhr und von 15.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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