Stephanskirchen – 1200 Kinder und Jugendliche unter zwölf Jahren leben in der Gemeinde. Wie viele wo und wie lange betreut werden sollen, das war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Im September vergangenen Jahres schickte die Gemeinde Fragebögen an die Eltern raus, die Hälfte kam ausgefüllt zurück. „Der Bedarf ist wieder gestiegen“, fasst Bürgermeister Rainer Auer das Ergebnis zusammen. Aus seiner Sicht eine Besonderheit: 60 Prozent aller Kleinkinder sollen in die Krippe. Das wären 122 Kinder unter drei Jahren, Plätze gibt es für 102. Da muss nachjustiert werden.
377 Kindergartenplätze in fünf Einrichtungen verschiedener Träger gibt es in Stephanskirchen, für 383 Kinder wurde bei der Umfrage Bedarf angemeldet. „Da wird die Einschreibung nächste Woche spannend“, so Auer. Die schnellste Möglichkeit, eine neue Kindergartengruppe einzurichten, die dem Bürgermeister auch offensichtlich sympathisch ist, wäre ein Waldkindergarten. Zwar braucht man selbst für einen Bauwagen – als Rückzugsgebiet von Waldkindern besonders gerne genommen – eine Baugenehmigung. Die gibt es aber schneller, als eine neue Kita am Tulpenweg gebaut wäre. Denn das dauert zwei bis drei Jahre. Ob eine Waldkindergartengruppe im September in Betrieb gehen könnte, ist fraglich. Denn es muss ein geeigneter Wald gefunden – und eventuell gepachtet – werden.
Nach der Schule ist großer Bedarf: knapp 260 Kinder sollen in die Mittagsbetreuung, 220 Plätze sind vorhanden. Dafür gibt es dreimal so viele Ganztagsschulplätze (60) wie Vormerkungen dafür. Die Eltern von sieben Kindern wünschten sich einen Hortplatz, den gibt es nicht. Dafür gibt es 40 Plätze bei Tageseltern, sieben Familien haben da Bedarf.