Nußdorf – Zufrieden zeigte sich Vorsitzender Balthasar Kogler in der Jahresversammlung der Nußdorfer Jagdgenossenschaft mit dem Jagdjahr 2018/2019: Der Dreijahresabschussplan endete „fast mit einer Punktlandung“. Während 2016 beschlossen wurde, innerhalb von drei Jahren 360 Rehe zu erlegen, waren es zum Schluss 359 Stück. Ansonsten bestand die Streckenliste aus elf Gämsen, zwei Stück Rotwild und anderen Wildarten wie Füchse, Dachse oder Krähen.
Bei der Revierbegehung wurden laut Jagdvorstand zahlreiche Fegeschäden festgestellt. Ein Problem stellte das Rotwild dar. Es suchte im Schnee nach Futter und fand das in Form heranwachsender Bäume. In diesem Jahr sei, so Kogler, das Rotwild wegen der Schneeverhältnisse tief ins Tal gekommen, was zu erheblichen Verbiss- und Schälschäden geführt habe. Es dürfe aber nur zu bestimmten Zeiten bejagt werden, sodass nicht mehr als zwei Stück erlegt werden konnten.
Leidiges und gleichzeitig auch Hauptthema der Versammlung war zum wiederholten Mal der Biber, der den Bäumen in den Innauen erheblichen Schaden zufüge, erklärte Kogler. Betroffen sei nicht nur der Wald, sondern mit dem Bau der Biberburgen würden auch Felder und Wiesen überschwemmt. Durch den Anstieg des Grundwasserspiegels würden immer öfter auch Keller überschwemmt. Wegen dieser Problematik sei auch die Biberbeauftragte des Landkreises eingeladen worden. Diese lehnte jedoch ihre Teilnahme an der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft ab. Begründung: Diese Veranstaltung sei nicht das richtige Forum für sie.
Biber benötigen zum Bau ihrer Biberburgen Bäume als Baumaterial. „Dabei berücksichtigt der Biber natürlich nicht, dass er auch Bäume in unmittelbarer Nähe von Wander- oder Fahrwegen ins Visier nimmt“, erklärte Kogler. Für ihn sei nicht auszudenken, was passiere, wenn ein Fußgänger durch einen umfallenden Baum zu Schaden käme. Von der Biberschutzbeauftragten sei der Hinweis gekommen, dass die Waldbesitzer für den Schutz ihrer Bäume selbst verantwortlich seien. Dazu seien im Landratsamt Schutzmittel erhältlich. Der Sprecher der Jagdherren, Georg Höhensteiger, appellierte an alle Waldbesitzer, Biberschäden sofort zu melden. Nur dann könne man etwas unternehmen.
Grundbesitzer können Biberschäden bei der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rosenheim, E-Mail naturschutz@lra-rosenheim.de oder Telefon 08031/392-3366 melden.