Mikro-Turbine strotzt vor Kraft

von Redaktion

Gemeinderat Kiefersfelden Konzept zur Energieerzeugung vorgestellt

Kiefersfelden – Sein Erfolgskonzept in Bezug auf gemeindliche Energieerzeugung und Energiekonzept stellte der Betriebsleiter der Gemeinschaftskläranlage Kiefersfelden-Thiersee (Österreich), Josef Goldmann, den Gemeinderäten in deren jüngster Sitzung vor. Der Meister im technischen Umweltschutzbereich Abwasser, der diese Mikro-Turbine für die Erzeugung von Strom und Wärme selbst geplant und im Jahre 2016 installiert hat, kann sich durch die aktuellen Daten, die die Turbine liefert, bestätigt sehen in seiner damaligen Fiktion, Erzeugung von Energie durch die im Klärbetrieb entstehenden Faulgase. Technisch ausgereift, erzeugt das kleine Kraftwerk im Dauerbetrieb heute stündlich 30 Kilowatt Strom und 60 Kilowatt Wärme, beides wird für den Eigenbetrieb der Kläranlage benötigt.

Seit ihrer Inbetriebnahme und einer Einlaufphase von etwa einem Monat, hat die 180000 Euro teure MikroTurbine 16600 Betriebsstunden geleistet, und sie soll sich in acht Jahren voll amortisiert haben. Das duale Konzept, mit selbst produzierten Faulgasen und zugeführtem Erdgas die Turbine für die Energiegewinnung zu betreiben, hat bayernweit ein Alleinstellungsmerkmal. Der Betriebsleiter dazu: „die Turbine wird von Gasen angetrieben, die beim Faulprozess des Schlamms in den Klärbecken entstehen (Methangas).“

Vereinfacht dargestellt entsteht der Schlamm bei der Reinigung der Abwässer, die aus den Gemeinden Kiefersfelden und Thiersee in die Klärbecken eingeleitet werden. Dieser Schlamm wird dann kontinuierlich durchgemischt, zum Teil mit Erdgas erwärmt und dabei entstehen die so wichtigen Faulgase, die wiederum die Mikro-Turbine antreiben. Das ist ein ganzjähriger Kreislauf, an dessen Ende Energie entsteht, die ins Netz eingespeist und weiterverwendet wird. So kann das entstehende Klärgas sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll verwertet werden“. Der so umweltfreundlich erzeugte Strom wird zu 100 Prozent für den Klärwerksbetrieb genutzt und die gewonnene Wärme dient der Beheizung des Faulturms und der Betriebsgebäude. Schon bei der offiziellen Inbetriebnahme der Turbine sprach Bürgermeister Hajo Gruber von „großem Glück, ein über die Grenze hinweg bestens funktionierendes Klärwerk zu haben, das auf neuestem technischem Stand ist. Die Grundidee ist brillant, vorher wurde das entstehende Faulgas abgefackelt, jetzt wird es in Energie umgewandelt“. Jetzt, rund drei Jahre nach Inbetriebnahme, konnte Josef Goldmann über einen reibungslosen und erfolgreichen Dauerbetrieb der Mikro-Turbine dem Gemeinde-Plenum berichten, „sie deckt praktisch den vollen Eigenverbrauch ab“. Dazu kommen die geringen Wartungskosten und die leichte Pflege der Anlage, die sich zumeist in einer visuellen täglichen Kontrolle erschöpft. Weiter sprechen für die kompakte Anlage die extrem niedrigen Abgaswerte, eine äußerst geringe Lärmemission sowie die Unempfindlichkeit gegenüber schwankender Gasqualität. Nach Abzug aller Unkosten und Tilgung der Kredite für diese neue Technik, fährt die Turbine umgerechnet einen Gewinn von durchschnittlich 20800 Euro pro Jahr ein, so dass in jetzt nur mehr fünf Jahren die Turbine sich schon voll amortisiert hat und dann vollen Reingewinn erwirtschaftet. Über die Laufdauer dieses effektiven und ökologischen Kraftwerks liegen keine genauen Zahlen vor, Goldmann verweist aber auf den laufenden Betrieb in anderen Klärwerken, wo die Turbinen schon weit mehr als zehn Jahre im Dauerbetrieb und unter Volllast Energie erzeugen.

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