Bad Endorf – Es ist nicht leicht, von Erlebnissen zu erzählen, die lange zurück liegen. Gerade dann, wenn das Erlebte mit Verzweiflung verbunden ist, mit Verlust, mit Scham. Anlässlich der Ausstellungseröffnung zu Flucht und Vertreibung begann Pfarrer Dr.Dietrich Klein mit einer Andacht in der Dreieinigkeitskirche, die viel Raum zum Stillwerden und Nachdenken ließ.
Da schockierende Erlebnisse durch Worte oft nicht beschrieben werden können, konnten die Menschen in den Kirchenbänken für die Ehrung der Toten, die auf der Flucht ums Leben kamen, symbolisch ein Licht entzünden. Dazu sang Pfarrerin Dr.Julia Offermann „Erbarme dich“ von Bach. Der Einladung zur Vernissage folgten Vertreter der Marktgemeinde, die Vorbereiter der Ausstellung, einige Mädchen aus Halfing, die aus Nigeria geflüchtet waren, und aktive Mitarbeiterinnen der Flüchtlingsinitiativen, sowie Interessierte aus der Kirchengemeinde und aus der Umgebung. Im Gemeindehaus informierten sich anschließend die Besucher über die „kleinen Geschichten in der großen, weltumspannenden Geschichte“, die gerade durch ihre Alltäglichkeit einen lebendigen Eindruck „hinterlassen. So etwa die Geschichte vom „Fluchtbär“, der einem Kind auf der gefährlichen Reise von Schlesien damals Trost spendete und bis heute den Enkeln von damals „erzählt“. Beeindruckend war auch die anonymisierte Geschichte einer afghanischen Familie, die auf einer Anhörung vor dem BAMF versucht, ihre dramatische Ausreise als Konsequenz auf die irrsinnige Wut der dortigen Bevölkerung wegen einer banalen Äußerung des Vaters der Familie, in einem zur Sachlichkeit verpflichteten Interview darzustellen. Umrahmt wurden die Geschichten von Gemälden Geflüchteter und einem geschichtlichen Abriß der Zeit nach 1945.re