Brannenburg – Wer ist schuld? Natürlich die Ehefrau! Deshalb leitet jetzt Erik Mack den Männergesangverein Brannenburg Schloss. Am 30. März findet das Frühjahrskonzert in der Wendelsteinhalle statt, seine „Feuertaufe“.
Doch der Reihe nach. Im Jahr 2003 war Erik Mack noch nicht verheiratet, aber schon fest verbandelt. Seine Freundin saß oft bei Konzerten des Männergesangvereins an der Kasse. Ihr Papa war eifriger Sänger. „Anschließend gingen wir beide natürlich in die Aufführungen.“ So kam der junge Mann in direkten Kontakt mit dem Männerchor.
Anfangs sei die Liebe nicht übermäßig groß gewesen. „Das Liedgut hat mich als 29-Jährigen nicht vom Hocker gerissen“, bekennt er im Gespräch mit der Heimatzeitung freimütig. Doch mit der Zeit lernte er den sonoren Klang des Chores schätzen. 2005 trat er dann selbst bei und singt seither im ersten Bass – „mit viel Freude“, wie er betont. Denn singen kann eigentlich jeder, man muss sich nur trauen. Davon ist Mack überzeugt. Und genau das wird eine seiner kommenden Aufgaben als neuer Dirigent und Chorleiter sein. „Mein Ziel ist klar umrissen: Ich möchte dazu beitragen, dass der Männergesangverein – inzwischen deutlich über 100 Jahre alt – weiterhin eine Zukunft hat.“ Dafür will sich der 44-Jährige ins Zeug legen. Einen Geheimtipp, wie er das bewerkstelligen will, noch dazu in einer Zeit, in der Männergesangvereine reihenweise aussterben, hat er nicht. „Aber eine Idee“, lacht er. Als „Pflicht“ sieht er es an, die Qualität und das Repertoire des Brannenburger Gesangvereins zu erhalten sowie die Konzerttätigkeit über das Frühjahrs- und Herbstkonzert hinaus auszubauen. Die „Kür“ plant er über den Tag hinaus: „Wir müssen jünger werden“, sagt er. Ein Weg dahin lautet: Jeder Chorsänger ist aufgefordert, einen Interessierten zum Schnuppern mitzubringen. „Nur so legen wir zu und werden jünger.“ Um interessierten Nachwuchs anzusprechen, plant er darüber hinaus, aus den „aktuellen Konzertgeschichten“ mehr zu machen, die Qualität weiter zu steigern und – vielleicht als langfristiges Ziel – ein Lied von den Toten Hosen wie „Tage wie diese“ einzustudieren.
Lieder in englischer Sprache? Da winkt der Chorleiter, der seit Ende Januar den Dirigentenstab übernommen hat, ab. „Zu kompliziert.“ Das müsse nicht sein. Natürlich wolle er fordern und motivieren, aber nicht überfordern. Seine Devise lautet: „Lieber einfacher, dafür sauber gesungen.“ Dass seine 32 Sänger ihn auf diesem Weg in die Zukunft begleiten werden, davon ist er überzeugt. „Meine Männer machen da mit.“
Aber beim Männergesangverein Brannenburg Schloss wird nicht nur gesungen. „Nach den Proben wird regelmäßig Schafkopf gespielt. Auch das eine oder andere Bierchen ist in der Pause genehmigt“, sagt Mack. Der Chor erfülle eben auch eine soziale Aufgabe: Sich zwanglos treffen, Gemeinschaft erleben, dem Alltag entfliehen, Freunde wiedersehen, einen festen Anlaufpunkt in der Woche haben und einfach ratschen. „Das ist ganz wichtig.“
Interessierte jederzeit willkommen
Wer jetzt Lust bekommen hat, es selbst einmal auszuprobieren und einfach zu singen, ist jeden Donnerstag ab 20 Uhr in das Vereinsheim an der Schlossstraße eingeladen. Man braucht keine Noten zu kennen und auch nicht der perfekte Sänger sein: „Wir übernehmen die Stimmbildung“, sagt Mack, der gerade seine Ausbildung zum Chorleiter beginnt.
Dürfen auch Frauen kommen? Da lacht der 44-Jährige und meint: „Sie dürfen gerne kommen, aber nicht mitsingen. Wir sind ein Männergesangverein und so soll es auch bleiben.“ Das habe einfach mit dem tollen Sound von tiefen Männerstimmen zu tun und nichts mit weiblicher Diskriminierung.