Nur der Zuschuss macht‘s interessant

von Redaktion

Haupt- und Finanzausschuss Stephanskirchen Diskussion über Wohnungskauf

Stephanskirchen – 1,1 Million Euro für drei Zwei-Zimmer-Wohnungen und drei Stellplätze, da schnappten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses doch nach Luft. 5700 Euro pro Quadratmeter werden für die Wohnungen, die am Tulpenweg in Schloßberg entstehen, fällig. Die Nachfrage scheint groß zu sein, denn es ist aktuell genau eine Wohnung aus den drei Gebäuden des ersten Bauabschnitts bei den einschlägigen Internetportalen zu finden.

Die Gemeinde hat sich dort schon einige Wohnungen vom kleinen Appartement mit knapp 40 Quadratmeter bis zur Vier-Zimmer-Wohnung gesichert. Drei weitere sollten nun dazu kommen, so es Fördermittel aus dem „Kommunalen Wohnraumförderprogramm“ gibt, beauftragte der Gemeinderat im Februar die Verwaltung mit Verhandlungen.

Deren Ergebnis begeisterte die Ausschussmitglieder sichtlich wenig. Es sei ja auch nicht die Welt, räumte Bürgermeister Rainer Auer ein. Petra Schnell (CSU) hielt fest, dass die Gemeinde letztlich den normalen Marktpreis zahlt „und bei diesen Preisen können wir die Wohnungen nicht an die Klientel vermieten, für die wir‘s gedacht haben. Das Signal wäre Wahnsinn.“ Laut Liegenschaftsverwaltung wäre der Mietpreis, solle er kostendeckend sein, natürlich höher, als in anderen gemeindlichen Wohnungen, liege aber unter der ortsüblichen Miete für vergleichbare Wohnungen.

Hubert Lechner von den Parteifreien Bürgern fragte sich, ob die Gemeinde für das Geld nicht lieber an anderer Stelle selber bauen sollte.

Steffi Panhans (SPD) fragte ihre Ausschusskollegen, wenn es nicht Aufgabe der Kommunen sei, günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wessen Aufgabe sei es denn dann?

Mehrheit sichern, Interesse durchsetzen

Auer verwies auf die 30 Prozent Zuschuss aus dem Wohnraumförderungsprogramm, die die Gemeinde erwarten könne. Und darauf, dass auf Vorschlag der Liegenschaftsverwaltung die nun zu reservierenden Wohnungen dafür sorgten, dass die Gemeinde in zwei der drei ersten Wohnblöcke mit ihren dann neun Wohnungen die Mehrheit der Anteile halte, bei Eigentümerversammlungen also die gemeindlichen Interessen durchsetzen könne.

Für Schmunzeln sorgte Florian Beck (Bayernpartei), der mindestens eine Ausschusssitzung verpasst hatte: „Mir fehlen zu viele Informationen. Ich bin bis zum nichtöffentlichen Teil erstmal dagegen.“

Vier der Ausschussmitglieder waren schon im öffentlich Teil für den Ankauf, drei dagegen. Entscheiden wird letztendlich der gesamte Gemeinderat.

Artikel 1 von 11