TV-Sendung

„Aus Resten was Schönes kochen“

von Redaktion

Veronika Lutz aus Riedering startet am Sonntag mit Sendung im Fernsehen

Riedering – Mittags schnell die Fertigpizza in den Ofen, zwischendurch einen Döner für den Heißhunger und Maoam griffbereit im großen Glas. Wer kennt diese Essgewohnheiten nicht? Meist wird „gesund“ und frisch nur in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres gekocht – der guten Vorsätze wegen. Aber dann versandet die Energie rasch wieder.

Hier will jetzt Veronika Lutz eingreifen. Die junge Frau aus Riedering, selbst Mama von drei Kindern, kennt nämlich die Situation zur Genüge: Kinder, Beruf, Zeitmangel – aber trotzdem sollte etwas Frisches auf den Tisch. Aber wie und was kann man auf die Schnelle zubereiten?

Ohne viel Schnickschnack

In ihrer eigenen Kochshow im dritten Programm des Bayerischen Fernsehens steht Veronika Lutz hinter den Töpfen und zeigt, wie rasch, unkompliziert und ohne viel Schnickschnack etwas Gutes sogar aus Resten im Kühlschrank gezaubert werden kann. „Für eine schmackhafte Mahlzeit braucht es nicht viel. Meine Rezepte basieren immer auf regionalen Produkten, die jeder, auch der Ungeübte, ganz einfach nachkochen kann“, sagt die 35-Jährige.

Sie selbst ist eine Selfmade-Köchin. Während des Studiums in München begann sie aus Lust und Laune für Freunde zu kochen. Das wurde dann immer ein bisschen größer und aufwendiger, bis sie schließlich entschied: Das ist meine Berufung. Seither kocht die junge Frau, was das Zeug hält, und kocht sogar Sterneköche „unter den Tisch“. In etlichen TV-Formaten wie Küchenschlacht, Topfgeldjäger oder Game of Chefs hat sie überzeugend bewiesen, dass sie hinter dem Herd ihren Mann steht. Sogar echten Radprofis schmecken ihre Mahlzeiten. Seit zwei Jahren begleitet Veronika Lutz das Radsportteam „Bora Hansgrohe“ bei der Tour de France in einem extra Küchen-Truck.

Ganz überraschend war es dann nicht, als sie jüngst vom Bayerischen Rundfunk zu einem Casting für eine neue Kochserie eingeladen wurde. Das Format soll eher jüngere Zuschauer ansprechen, der Aufwand soll überschaubar und vor allem unkompliziert sein. Und die Rezepte dürfen auch Ungeübte und Gestresste nicht abschrecken – sozusagen „Kochen für Anfänger und alle, die Küchenprofis werden wollen“. Doch das Besondere an diesem neuen TV-Kochformat ist, dass sich zu jeder Sendung ein Kandidat melden kann, zu dem die Küchenfee dann nach Hause kommt und ihm Tipps gibt. „Genau mein Ding“, sagte sich Lutz und bewarb sich. Riesig sei dann die Freude gewesen, als sie die TV-Verantwortlichen für sich gewinnen konnte. Am morgigen Sonntag geht sie jetzt mit einer eigenen Kochshow „Koch mal mit Vroni“ an den Start.

„Nach Casting und Probe-Video ging es dann auch gleich los“, erinnert sich die 35-Jährige. Doch obwohl sie ja einige Fernseh-Erfahrung hatte, sei es diesmal gar nicht so einfach gewesen, erzählt sie. „Bei den anderen Shows werkelst du halt so vor dich hin, ab und zu spürst du die Kamera auf dich gerichtet. Aber du bist da in deinem Tunnel.“

Fiktive

Zuschauer

Jetzt sei es völlig anders gewesen. „Dein Gegenüber ist immer die Kamera. Die fiktiven Zuschauer, mit denen du sprichst und denen du etwas erklärst, sind gar nicht da. Das ist schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig“, meint sie. Zudem müsse man alles, was man schnippelt und schneidet, immer gut sichtbar für die Kamera machen. „Mal schnell etwas über dem Abfalleimer ausschneiden, das geht gar nicht“, sagt Lutz und lacht. Das komplette Menü für die TV-Pilotsendung habe sie letztlich zweimal durchgekocht. „Ich wusste gar nicht, dass ich beim Kochen so oft ,Ja, Ja‘ sage. Das wurde dann zum Glück herausgeschnitten.“

Gut zehn Personen seien ständig um sie herum gewesen, um die erste Folge abzudrehen. Diese wurde übrigens in der Privatküche einer Freundin gedreht. Die Rezepte stammen alle von Veronika Lutz.

Los geht’s in der Sendung mit einem „schnell gebeizten“ Saibling. „Salz, Pfeffer, Gewürze, etwas Essig – und idealerweise über Nacht ziehen lassen. Fertig!“ Dann folgen die Rote-Beete-Gnocchi. „Sie schmecken köstlich, machen mordsmäßig etwas her und sind ganz einfach nachzukochen“, meint die Riederingerin. Rote Beete backen, pürieren, mit Ei und Mehl einen Teig herstellen, würzen, abschmecken, Gnocchi formen und in heißem Wasser garen. Anschließend in Butter schwenken, Babyspinat dazu, Feta obendrauf. Das schmeckt super, ehrlich“, sagt Vroni in ihrem feinen Boarisch.

Und dem jungen Mann, der eine volle Einkaufstüte hat und dann aber ziemlich ratlos vor dem Herd steht, dem hilft sie auch auf die Sprünge. Doch bevor die Freundin kommt, ist die „Küchenhilfe“ längst über alle Berge. „Diese Idee, dass sich bei der Sendung Zuschauer melden können, die von mir Tipps haben wollen, finde ich super. Einfach mal etwas anderes.“

Am Sonntag um 17.15 Uhr

Am morgigen Sonntag, 24. März, startet die Pilotsendung „Koch mal mit Vroni“ um 17.15 Uhr im BR. Die Sendung dauert 30 Minuten. Veronika Lutz kocht zuerst drei einfache Gerichte und besucht dann einen Studenten, dem sie bei der Kochvorbereitung für ein Überraschungsessen für die Freundin hilft.

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