Herr Drechsel, Sie waren bis vor Kurzem Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes Degerndorf/Inn. Der kümmert sich, wie der Name vermuten lässt, darum, dass die, die in diesem Ortsteil von Brannenburg wohnen, zu ihrem Wasser kommen?
Nicht nur um die. Wir versorgen auch ganz Raubling mit Wasser, Flintsbach und der Ortsteil Brannenburg beziehen es teilweise von uns. In Degerndorf aber kümmern wir uns um alles, also auch um das gesamte Rohrnetz von der Quelle bis zu den einzelnen Häusern.
Um welche Größenordnungen geht es da?
Um 20000 Personen, die wir pro Jahr mit 1,2 Millionen Kubikmetern Wasser aus vier Quellfassungen und zwei Tiefbrunnen beliefern, das Leitungsnetz in Degerndorf beläuft sich auf 45 Kilometer.
Und Ihre Funktion dabei?
Als Vorstand kümmert man sich darum, dass die Wasserversorgung gesichert bleibt. Das setzt natürlich fortlaufende Instandhaltungsmaßnahmen voraus, aber stets auch Investitionen. Die müssen geplant, überwacht und vor allem auch finanziert werden.
Das heißt, Sie sind auch der Mann, der den Wasserpreis festsetzt?
Nicht ganz, denn natürlich ist man hier allen Mitgliedern des Wasserverbandes, sprich allen Hauseigentümern und auch den anderen Gemeinden gegenüber verantwortlich. Die haben aber, denke ich, keinen Grund zu klagen, denn in den letzten drei Jahren konnten wir den Wasserpreis konstant halten.
Demnach besteht Ihr Job hauptsächlich aus Haushaltsplänen und sonstigem Papierkrieg?
Stimmt nur halb. Denn natürlich ist viel Schreibtischarbeit dabei und die Bürokratie wird ja auch nicht weniger, aber es ist doch so, dass die Hauptherausforderung woanders liegt: Nur wenn man sich ständig überlegt, wo man wie noch etwas optimieren könnte, bleibt man auf der Höhe der Zeit. Tut man es nicht, hat man irgendwann hässliche, weil teure Probleme. Kurzgesagt: Hier mündet das Verwalten immer im Gestalten. Das ist der Reiz und deswegen macht man es gern auch ehrenamtlich und das wie ich jetzt fast ganze vierzig Jahre lang.
Interview: Johannes Thomae