Feuerwehr Mühlbach: Rückblick auf Brand am Schwarzenberg – Tag und Nacht im Einsatz
„Es wühlt uns bis heute sehr auf“
Kiefersfelden-Mühlbach – Irgendwie, so schien es zumindest, hing immer noch der Rauch des Waldbrands am Schwarzenberg im letzten Jahr über der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbach im Gasthaus Niederauer. Vorsitzender Toni Schäfer freute sich über das „volle Haus und die vielen Ehrengäste“ mit Bürgermeister Hajo Gruber, Kreisbrandrat Richard Schrank und dem Leiter der Polizeiinspektion Kiefersfelden, Stefan Raithel.
Ausführlich erinnerte Kommandant Sebastian Leitner an den Brand am Schwarzenberg, der „emotional noch immer aufgewühlt“. Seine Einsatzabteilung zählt aktuell 37 aktive Mitglieder, davon drei weibliche Feuerwehrlerinnen. Die zwei Fahrzeuge waren im zurückliegenden Jahr bei Einsätzen immer voll besetzt und damit auch einsatzfähig „und das ist Gold wert“.
Brand am Ablageplatz für Grünabfälle
Fast schon als Übung für den noch kommenden großen Einsatz gestaltete sich der Brand am gemeindlichen Ablageplatz für Grünabfälle Anfang August in Kiefersfelden, als ein Glutnest für starke Rauchentwicklung sorgte und die Feuerwehr den Brand massiv bekämpfen musste.
Nur wenige Tage später, am 9. August, der Waldbrand am Schwarzenberg, bei dem nahezu alle aktiven Feuerwehrler Mühlbachs im Einsatz waren. „Waldbrände in hochalpinem Gelände sind äußerst selten, wir waren aber schnell vor Ort“, erinnert der Kommandant. Allerdings mussten die Einsatzkräfte dann feststellen, dass eine wirksame Brandbekämpfung nur aus der Luft möglich war. Zu steil und unwegsam das Gelände, „es bestand Gefahr für Leib und Leben der Einsatzkräfte“, die durch die örtliche Bergwacht bei ihren Erkundungs- und kleineren Löscharbeiten immer bestens gesichert wurden (siehe Kasten).
Auch an die hervorragende Zusammenarbeit mit Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei und Behördenvertreter dachte er zurück: „Das ist wirklich alles reibungslos abgelaufen und war geprägt von gegenseitiger Hilfsbereitschaft.“ Sehr wichtig war für ihn, dass „unsere Kameraden gesund von ihren Einsätzen zurückkehren, was uns auch gelungen ist“. Durchschnittlich 18 Kräfte waren von der FFW Mühlbach damals teils sogar im Dauereinsatz und leisteten 2992 Einsatzstunden über die gesamten elf Tage hinweg, die die Brandbekämpfung insgesamt andauerte. Für deren Einsatz und auch teilweisen Verzicht auf Jahresurlaub und Familienfeiern bedankte er sich noch einmal ganz besonders.
Natürlich haben Ausrüstung und Fahrzeuge bei den Einsätzen gelitten, doch zusammengefasst „haben wir eine gute technische Ausrüstung und zwei sichere Einsatzfahrzeuge“, weiß der Kommandant.
Auch bei der Fort- und Weiterbildung der Kameraden liegt nichts im Argen, sodass Sebastian Leitner nicht bange ist vor den kommenden Herausforderungen. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften vor Ort, „mit denen wir hervorragend zusammenarbeiten konnten“. Auch die Gemeinde bekam ihr Lob weg, „denn ich höre nie, wenn wir etwas brauchen, das geht nicht“.
Natürlich eine Steilvorlage für Bürgermeister Hajo Gruber, der „immer sehr gerne nach Mühlbach kommt“. Er lobte die „hochqualifizierte Arbeit und wir empfinden tiefe Dankbarkeit“. Den Kameraden wünschte er abschließend „ein ruhiges und vor allem unfallfreies Jahr“.
Dank vom Kreisbrandrat
Kreisbrandrat Richard Schrank, der zuständig ist für alle 118 Feuerwehren im Landkreis Rosenheim, hob hervor, „dass in Mühlbach die Tagesalarmsicherheit gewährleistet ist, was im Kreis nicht in jedem Falle so ist. Aber nicht die Stärke der Einsatzeinheit allein ist ausschlaggebend, sondern auch deren Ausbildung, Engagement und die Wertigkeit ihrer Arbeit“, so Schrank weiter, der diese Attribute bei den Mühlbacher Feuerwehrlern allesamt deutlich erkennt. Abschließend dankte auch der Leiter der Polizeidienststelle, Stefan Raithel, allen Einsatzkräften für die Arbeit.
Am 20. August endgültig „Feuer aus“
Die erste Alarmierung beim Waldbrand am Schwarzenberg ging am 9. August um 10.30 Uhr bei der Leitstelle des Landratsamtes Rosenheim ein und sie wurde dann erst am 19. August wieder endgültig aufgehoben, nachdem es schien, als wäre der Brand am 11. August schon gelöscht. Jedoch nur einen Tag später wurden erneut Feuernester entdeckt und die Brandbekämpfung, hauptsächlich aus der Luft, wieder aufgenommen. Am 20. August konnte dann aber endgültig „Feuer aus“ an die Leitstelle gemeldet werden. Am 10. August wurde vom Landratsamt Rosenheim für die Region Kiefersfelden/Oberaudorf der Katastrophenalarm ausgelöst und am 12. August wieder aufgehoben. Die Kosten für den Landkreis Rosenheim beliefen sich in diesem Zeitraum auf 330000 Euro, die Gemeinde Kiefersfelden musste 120000 Euro für die außergewöhnliche Brandbekämpfung bereitstellen. Bei der Brandbekämpfung waren bis zu elf Hubschrauber sowohl von öffentlichen Dienststellen wie Polizei und Bergrettung, als auch von privaten Betreibern in der Luft.hko