Wirtschaftsschule als Innovationsmotor

von Redaktion

Nach dem „Tag der offenen Tür“ und der Messe „JobFair“ (wir berichteten) fand das Festprogramm zum 70-jährigen Bestehen der Wirtschaftsschule Alpenland nunmehr mit der eigentlichen „Geburtstagsfeier“ seinen Höhepunkt.

Bad Aibling – „Die Wirtschaftsschule feiert Geburtstag und erhält als Geschenk den Tag der Bayerischen Wirtschaftsschule“, freute sich der Schulleiter und betonte: „Wir können dabei zeigen, wie modern, innovativ und zukunftsgerichtet die bayerischen Wirtschaftsschulen sind.“ Die WSA zähle mit ihren rund 500 Schülern zu den großen Wirtschaftsschulen Bayerns und genieße einen guten Ruf. „Unsere Absolventen werden von der regionalen Wirtschaft stark nachgefragt“, hob der WSA-Chef, Oberstudiendirektor Randolph John, hervor.

Schulart „prägend

für die Region“

Zum Festakt, der in die Agenda des 16. „Tags der Bayerischen Wirtschaftsschulen“ eingebettet war, kam eine Vielzahl hochrangiger Gäste aus den Bereichen Landes- und Kommunalpolitik, Schule und Wirtschaft sowie von Verbänden und Behörden. John hieß dazu unter anderem die beiden Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Klaus Stöttner willkommen. Ausdrücklich begrüßte er die beiden früheren Bürgermeister Franz Heinritzi (Bruckmühl) und Bernhard Schweiger (Feldkirchen-Westerham) als ehemalige Absolventen.

Die Festrede hielt der ranghöchste Beamte des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Ministerialdirektor Herbert Püls. Der Amtschef wies auf das einzigartige Bildungsangebot der Wirtschaftsschulen in Bayern hin und bezeichnete die Schulart als „prägend für die Region“.

Er blickte auf die ab dem Schuljahr 2020/21 bayernweite Öffnung der Wirtschaftsschulen für die sechste Jahrgangsstufe, die eine noch gezieltere Vorbereitung auf die berufliche Zukunft ermögliche. Nach dem Motto „Werte machen Schule“ habe die Schule nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag.

„Die Wirtschaftsschule hat sich innerhalb der bayerischen Schullandschaft als Innovationsmotor erwiesen“, konstatierte Püls. Ziel sei unter anderem, die Schulart als interessante Alternative zu anderen Schulformen zu stärken. Dazu hob er hervor, dass zu den bisherigen drei schulischen Grundkompetenzen nun als vierte die digitale Kompetenz hinzugekommen sei.

Eine „unverzichtbare Einrichtung und Schulart“ nannte der stellvertretende Landrat Dieter Kannengießer die Wirtschaftsschule Alpenland und „outete“ sich als ihr ehemaliger Absolvent. Mit dem John F. Kennedy-Zitat „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“ wies er auf die Schul-Investitionen des Landkreises in Höhe von 61 Millionen Euro im Zeitraum 2018 bis 2022 hin. Die Wirtschaftsschule vermittle nicht nur pure Lerninhalte, sondern bereite die Schüler auf die beruflichen Herausforderungen vor und mache sie selbstbewusst.

Als Vertreter von Bürgermeister Felix Schwaller („empfängt zur Stunde in der Stadtpfarrkirche den bischöflichen Segen, der auch auf den Stadtrat niederkommen soll“) zeigte Zweiter Bürgermeister Erwin Kühnel die IT-Entwicklung in den letzten 40 Jahren auf. In den 70er-Jahren habe man von Kilobyte gesprochen und mit Lochkarten gearbeitet, heute denke man in Terrabyte-Dimensionen. Zur Illustration zeigte er eine Lochkarte mit der Anmerkung: „In den heutigen Smartphones ist der Inhalt von über einer Milliarde Lochkarten gespeichert.“

Pankraz Männlein, Vorsitzender des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB), stellte neben der Digitalisierung die Weiterentwicklung der Wirtschaftsschulen heraus, die ihren Platz im bayerischen Bildungssystem stärken müssten.

„Sie leisten auch bei der Integration und Inklusion einen wichtigen pädagogischen, sozialen und gesellschaftlichen Beitrag“, unterstrich er und gratulierte der Stadt Bad Aibling zu dieser „außergewöhnlich erfolgreichen“ Schule.

Zum Programm gehörte auch eine Podiumsdiskussion über Entwicklungsperspektiven der Wirtschaftsschulen. Musikalisch unterhalten wurden die Festgäste von den „Die Ehemaligen und I“ mit flotten alpenländischen Weisen.

Im Rahmen der Feierstunde erfolgte die Verleihung der Preise der Bayerischen Wirtschaftsschule 2019. Ferner wurde unter anderem eine Vielzahl von Work- und Infoshops angeboten.

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