Ratsbegehren

Anti-Transpirant an des Ortes Rand

von Redaktion

Drogeriemarkt auch ohne Radweg nach Kragling Gemeinderat Stephanskirchen

Stephanskirchen – Sie wollen endlich einen Drogeriemarkt, die Stephanskirchner. Und sie bekommen ihn. In Kragling. Ohne Radweganbindung. Das beschloss jetzt der Gemeinderat.

Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien hatte in seinem Nahversorgungsgutachten vergangenes Jahr die potenziellen Standorte in Kragling und in Haidholzen Südost untersucht und Letzteren für geeigneter befunden – weil Fußgänger und Radfahrer besser hinkommen. Seitdem, seit anderthalb Jahren, diskutierten die Gemeinderäte. Die übrigens auch nach Kragling einen Radweg wollen.

Den sie aber nicht bekommen. Die Grundstückseigentümer geben keine Flächen her. Nun stand das Gremium vor der Frage: Drogeriemarkt schnell in Kragling oder mittelfristig in Haidholzen Südost? Anton Forstner (CSU) fand, der Gemeinderat solle sich Zeit lassen für diese Entscheidung, die richtungweisend für Jahrzehnte sei. Sein Antrag auf Verschiebung wurde gegen acht Stimmen abgelehnt.

„Tendiere jetzt

für Kragling“

Bürgermeister Rainer Auer favorisierte Vollsortimenter und Drogeriemarkt in Haidholzen Südost, kam aber nach vielen Gesprächen zu der Überzeugung, dass das so bald nicht zu machen sei. „Deswegen tendiere ich mittlerweile eher zu Kragling“, auch wenn ihn der nicht durchsetzbare Radweg wurmt. Seinem Stellvertreter Karl Mair (CSU) geht es genauso. „Ich bin sehr für den Radweg, Kragling ist ohnehin schon so autolastig. Ich kann den Kompromiss so nicht mittragen.“ Er wolle die Fehler anderer Gemeinden nicht wiederholen. Seine Fraktionssprecherin Petra Schnell war ob des Beschlussvorschlags „überrascht, fast schockiert“ und nahm ihn als Kompromiss, der den Bürgern möglichst schnell einen Drogeriemarkt bringen soll.

Christine Annies (Die Grünen) bedauerte die Kehrtwende der Verwaltung sehr, „die Simsseestraße ist für meine Begriffe der sehr viel bessere Standort – und mit dem Fahrrad gut zu erreichen.“ Margit Sievi (SPD) erinnerte ihre Ratskollegen daran, dass sie agieren wollten, nicht reagieren. Deswegen habe man viel geredet, untersucht und geplant. Und nun werde doch nur reagiert. Sie konnte sich mit Kragling als Standort nicht anfreunden, „ein Drogeriemarkt gehört dahin, wo die Leute wohnen und nicht an den Ortsrand.“

Forstner, Bernhard Himmelstoß (CSU) und Janna Miller (Die Grünen) trauten den Stephanskirchnern die Geduld zu, abzuwarten, bis Haidholzen Südost sorgfältig geplant und entwickelt ist, bis dort ein Vollsortimenter und ein Drogeriemarkt entstehen können.

Laut Auer seien aber zumindest zwei Drogeriemarkt-Betreiber an dem Standort Haidholzen nicht interessiert. Was dann für Florian Beck (Bayernpartei) den Ausschlag gab. Und auch Hubert Lechner (Parteifreie) sah damit einen Drogeriemarkt in Haidholzen in weite Ferne gerückt. Ludwig Demberger (SPD) befürchtete gar, dass der Vollsortimenter „in Salami-Taktik“ aus Haidholzen weggeredet wird. Jetzt wurde aber erst einmal festgeschrieben, dass er bei der Planung des künftigen Baugebietes zu berücksichtigen ist – „hoffentlich landschaftsverträglich geplant wird“, so Petra Schnell.

Laut Beschlussvorschlag stellen die Gemeinderäte eine Änderung des Bebauungsplanes Kragling in Aussicht. Allerdings muss die Grundeigentümerin die Kosten für das Verfahren übernehmen und es wird festgezurrt, dass nur ein Drogeriemarkt errichtet werden darf. Dem stimmte der Rat mit 11:8 zu.

Antrag vom Tisch

Mit der knappen Zustimmung zu einem Drogeriemarkt in Kragling war der Antrag zu einem Ratsbegehren in dieser Angelegenheit vom Tisch. Den Antrag hatten die Gemeinderäte Robert Zehetmaier, Florian Beck (beide Bayernpartei), Dr.Rolf Jürgen Löffler, Bernhard Himmelstoß, Thomas Hoffmann, Günther Juraschek, Dieter Glas (alle CSU) und Gerhard Scheuerer (Parteifreie) gestellt – für den Fall, dass der Gemeinderat dem Bau eines Drogeriemarktes in Kragling nicht zustimmt, sollten die Stephanskirchner entscheiden.

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