„Vision Südtirol“: Blechlawine ade, willkommen Schiene

von Redaktion

Brennerbasistunnel soll 2028 in Betrieb gehen – Südzulauf bis Verona – Bauarbeiten im Plan

Franzensfeste/Rosenheim – Südtirol im Frühling: blauer Himmel, Schnee auf der Plose und Sonnenschein. Der Tourismus ist das Standbein Nummer eins in Südtirol mit jährlich sechs Millionen Gästen. Und damit das so bleibt, wird viel investiert – besonders in Mobilität. Das sei auch der Grund, warum voller Energie an der Fertigstellung des Brennerbasistunnels (BBT) und des Südzulaufs gearbeitet wird.

Martin Ausserdorfer, Direktor der Beobachtungsstelle zum Bau des BBT und der südlichen Zulaufstrecke in Franzensfeste, entwickelt die „Vision Südtirol“. „Die Fertigstellung des BBT und der südlichen Zulaufstrecke von Verona über Trient/Rovereto, Bozen und Franzensfeste/Waidbruck ist unsere Chance, künftig den Verkehr sinnvoll zu gestalten“, sagt der Info-Point-Chef. Blechlawinen auf Südtirols Straßen sollen der Vergangenheit angehören – der günstige und eng getaktete Nahverkehr auf der Schiene die Zukunft beschreiben. Ausserdorfer, so sagt er selbst, sei da ein „hoffnungsloser Optimist“. Er glaube an diese mehr oder weniger autofreie Zukunft. „Es war eine Riesenleistung in den letzten zehn Jahren, diesen Gedanken in die Köpfe der rund 500000 Südtiroler zu bekommen.“

Die entscheidenden Schritte zur Verwirklichung dieser vernetzten Mobilität sind der BBT und die Südzulaufstrecke. „Heute stimmt die breite Mehrheit für den Ausbau der Schiene.“

Trotz aller Unkenrufe im bayerischen Inntal gehen die Arbeiten dort stramm voran. Auch Heinz Tschigg, Mitarbeiter des Info-Points in Franzensfeste, bestätigt den Termin zur Fertigstellung des BBT im Jahr 2027 und die Inbetriebnahme 2028. Rund zehn Milliarden Euro wird dieses „Prestigeprojekt der EU“ kosten, sagen die beiden.

Und ziemlich zur gleichen Zeit, so der Plan, soll auch der Südzulauf zumindest in seinen wesentlichen Teilen fertiggestellt sein. Hier werde laut Ausserdorfer mit rund fünf Milliarden Euro Gesamtkosten gerechnet. „Die Zeiten der Kritik sind bei uns vorbei“, erklärt er. Es sei nach Jahren der Diskussion mit Vertretern der Bauern, der Gemeinden und der Bevölkerung schließlich ein tragfähiges Konzept entwickelt worden. Der erste Teilabschnitt nach dem BBT ist die Strecke Franzensfeste bis Waidbruck. Sie verläuft fast ausschließlich im Tunnel. Auch die drei weiteren Baulose, die Umfahrung von Bozen und Trient/Rovereto sowie die Strecke rund um Verona, sollen ebenfalls weitgehend im Berg verlaufen. „Wir sind dabei. Da ist fast alles in trockenen Tüchern. Es wird klappen“, ist sich Ausserdorfer sicher.

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