Ein Großvater – kein gutes Geschäft

von Redaktion

Theatergruppe des GTEV Achentaler Rohrdorf spielt letztmals in der Turner-Hölzl-Halle

Rohrdorf – Er legt eine tote Maus ins Bett der Magd, macht den Salat mit Spiritus an, ersticht beim Ausmisten den Hahn. Der Großvater (ein herrlich schlitzohriger Georg Dick) treibt alle um ihn herum in den Wahnsinn und hat auch noch Spaß dabei. Die energische Magd Zenz (Franziska Faltermeier) kündigt deshalb beim Bauern Kreithofer (Markus Auer) den Dienst. Dieser steckt eh schon finanziell in der Klemme. Da ist er froh, dass er den nervtötenden Großvater für 1000 Mark an den Bauern Haslinger verkaufen kann, nachdem der Versuch, die Haslinger-Tochter Ev (schüchtern: Franziska Estner) mit dem Kreithofer-Sohn Lois (fesch: Simon Hausstetter ) zu verheiraten, gescheitert ist.

Haslinger, herrisch und rechthaberisch gespielt von Rupert Wagner, verfolgt ein klares Ziel: den Nachlass des Großvaters, bestehend aus zwei Häusern. Davon hat er zufällig erfahren. Der Großvater weiß Bescheid, führt den Bauern Haslinger und seine Frau (Anna Hausstetter) an der Nase herum und lässt sich nach Strich und Faden verwöhnen. Wein und Zigarre, Guglhupf und Gselchts werden gefordert und alle Wünsche bis zum Buckel kratzen erfüllt. Zudem deckt er durch Zufall kriminelle Machenschaften auf und erpresst den gierigen Haslinger.

In der Zwischenzeit plagt den Kreithofer das schlechte Gewissen. Denn obwohl der Großvater alles andere als umgänglich ist – irgendwie gehört er doch zur Familie und auch er hat von der möglichen Erbschaft gehört. Jetzt will er den Großvater wieder haben und zahlt das Geld zurück. In der Zwischenzeit haben die Haslingers durch einen (gefälschten) Brief erfahren, dass es gar keine Erbschaft gibt und sind froh, den grantigen Alten wieder loszuwerden.

Der Kreithofer-Sohn Lois machte sich derweil auf, die Ev kennenzulernen und verdingt sich für einen Tag als Ersatz für den Knecht Martl (Jakob Wagner junior) auf dem Haslingerhof. Nicht schwer zu erraten: Bei den beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Eine Verbindung, die aus Sicht der Haslingers unmöglich ist: Ein Knecht und eine reiche Bauerntochter – das geht nicht. Doch schließlich endet das Verwirrspiel, hinter dem ein ausgefeilter Plan steckt.

Das Stück „Der verkaufte Großvater“ wurde von den Theaterern des GTEV Achentaler Rohrdorf zum ersten Mal 1990 in der damals neu erbauten Turner-Hölzl-Halle aufgeführt. Dieses Stück markiert jetzt auch den Abschied: Die Theaterer bekommen noch in diesem Jahr eine eigene Bühne am Achentaler Heimathaus und haben dann viele neue Möglichkeiten für ihre Arbeit im Bereich Brauchtumspflege und Kultur.

Groteske bearbeitet von Kroetz

Das Stück selbst, eine bäuerliche Groteske, stammt vom österreichischen Dramatiker Anton Hamik (1887- 1943). Er veröffentlichte es unter dem Pseudonym Franz Streicher. Die Theaterer Rohrdorf spielen es in einer Bearbeitung von Franz-Xaver Kroetz.

Weitere Vorstellungen am 5., 13. und 14. April jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es bei der Gärtnerei Praprotnik und an der Abendkasse.

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