Kiefersfelden – In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter Kiefersfelden informierte Bürgermeister Hajo Gruber über die neueste Entwicklung in Sachen Brenner-Nordzulauf. Die Bahn habe den Zusatzauftrag erhalten, neben der viel diskutierten Neubaustrecke auch eine Ausbaustrecke zu prüfen. Dabei stehen drei Varianten im Fokus: die maximale Ertüchtigung der zwei Bestandsgleise, dasselbe plus Ortsumfahrungen sowie der vollständige Ausbau von drei Gleisen.
Das sei sowohl im Gemeindeforum als auch im Rahmen des 15. Regionalforums bekannt geworden. Davon war bisher in der Kiefer nichts bekannt, man sei von einer Untertunnelung ausgegangen, wobei die Länge des Tunnels eigentlich nur noch die offene Variante war, so Gruber. Jetzt aber sei wieder die Schaffung eines dritten Gleises „zumindest eine Option“. „Das ist für uns natürlich eine ganz andere Welt“, so der Rathauschef. Allerdings sei noch nicht entschieden, ob das so kommen werde. Daher sei es für die Gemeinde wichtig, „dass wir den weiteren gemeinsamen Dialog begleiten und unsere Vorstellungen einbringen. Aber keinesfalls wollen wir ein drittes oberirdisches Gleis in das Gemeindegebiet, wohin auch?“
Wie bekannt, werden seit geraumer Zeit mit Fachleuten, Planern und Beauftragten der betroffenen Gemeinden sowie Vertretern aus Wirtschaft und Verbänden unter Federführung der Bahn (DB) und Österreichischer Bundesbahn (ÖBB) gemeinsam Korridorbereiche diskutiert und entwickelt. Für seine Gemeinde habe der teilnehmende Kieferer Rathauschef schon damals auf eine klare Aussage der zuständigen Planer hingewiesen: „Im bebauten Bereich der Kommune gibt es kein drittes oder viertes oberirdisches Gleis.“
Für dieses Areal, inklusive des benachbarten österreichischen Kufstein, waren damals eigentlich nur die drei Tunnelvarianten im Gespräch, die variabel und miteinander kombinierbar sind. „Wir haben hier im Inntal eine ganz andere Lage. Gegen die entstehende weitere Lärmbelästigung eines zusätzlichen Gleises helfen aufgrund der topografischen Gegebenheiten keine Schutzwände, sondern nur die komplette Einhausung der Strecke“, so Gruber.
Die Gemeinderäte aus Kiefersfelden beschlossen einstimmig, weiterhin positiv beim Planungsdialog mitzuarbeiten mit dem Ziel, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Gleichzeitig werden grundsätzlich alle Trassenvorschläge, die zusätzliche oberirdische Gleisanlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Kiefersfelden vorsehen, abgelehnt.