Sachrang – Er sei bei einer Japan-Reise auf die Idee gekommen, erzählte der Vorsitzende, Prof. Hansjörg Schellenberger, bei der Jahresversammlung des Musik- Forums. Er spielt dort oft in einem Saal in einem Park, „ein unauffälliger Bau auf Stehlen, mit einer hölzernen Bühne und Dach, ansonsten nur mit Glasfenstern, die zum Betrachten der Natur rundherum einladen.“ Einen solchen Bau in Sachrang mit seiner Bergkulisse umzusetzen, war der naheliegende Gedanke. Er wisse aber, dass ein gläserner Pavillon nicht in die Sachranger Umgebung passe.
Man wolle keinen Musiktempel, sondern eine Begegnungsstätte schaffen, so Schellenberger und Vorstandskollege Dietrich Höpfner, und man wolle keinen Streit über die Nutzung und das Aussehen wie bei der Aschauer Turnhalle vom Zaun brechen. Die Kirche solle weiterhin Veranstaltungsort bleiben.
Das sei man dem Erbe des Müllner Peter schuldig. Das neue „Kultur-Haus“ solle auch nach dem bekannten Sachranger aus dem 18. Jahrhundert benannt werden, so Schellenberger. Vor zwei Jahren schon habe man dem Gemeinderat den Wunsch in vager Form vorgetragen, so Höpfner weiter. Das Ansinnen sei damals auf offene Ohren gestoßen, und nachdem Sachrang im vergangenen Jahr den Titel „Bergsteigerdorf“ zugesprochen bekommen habe, sollte dieser Begriff auch mit Leben erfüllt werden. Und was bislang an laienhaft „formulierten Aspekten“, so Höpfner, zusammengetragen wurde, soll nun professionell betrachtet werden.
Der Münchner Architekt Peter Haimerl werde dafür eine Projekt- beziehungsweise Machbarkeitsstudie erstellen. Die dafür notwendige Summe in Höhe von gut 15000 Euro sei durch Spenden und verbindliche Zusagen von Vereinen „fast vollständig“, so Höpfner, zustande gekommen. Ein Gebäude sei auch schon gefunden: Der sogenannte Linner-Rohbau in der Kirchstraße, der sich im Eigentum der Gemeinde befinde.
Der Konzertsaal
in der Tenne
Haimerl habe selbst diesen Vorschlag ins Spiel gebracht. „Der Hof müsste entkernt werden, in der Tenne fände der Konzertsaal Platz, die Nebenräume könnten für Veranstaltungen und Seminare genutzt werden“, fasste Schellenberger zusammen.
Ziel und Idee seien, wie Höpfner abschließend erklärte, auch weiterhin „kostenneutral für die Gemeinde“ weiterzuplanen und „das gesamte spätere Vorhaben durch Spenden und Investoren“ zu realisieren. Ein Haus für Natur, Kultur und Begegnung in Sachrang – dem Müller, Musiker und Universalgelehrten Müllner Peter hätte ein solches Konzept sicher gefallen.