Vertrauen und Liebe zum Menschen

von Redaktion

Aschauer Heiliges Grab Premiere des Auferstehungsspiels „Vom Leben Jesu“

Aschau – „Mir ist der Mensch am wichtigsten.“ Jesus, Gottes Sohn, wird im ersten Teil der Aschauer Auferstehungsspiele als Mensch gezeigt, als Person, der sich erst selbst erkennen muss, ehe er seine Berufung annimmt und auf die Menschen zugeht. Die Premiere des Auferstehungsspiels am Heiligen Grab in der Aschauer Pfarrkirche war ein voller Erfolg, und dies lag nicht nur am grandiosen Hintergrund.

Jesus – überzeugend hier Werner Hofmann – begegnet auf seinem Weg vielen Menschen, und bei jeder dieser Stationen ging es um das Wesentliche, nämlich um den Menschen, um Beziehungen, um Macht und um Vertrauen. Von der Wüste über die Taufe am Jordan hin nach Jerusalem – die Dramaturgie orientierte sich dabei an Bibelstellen, ohne langatmig oder klerikal zu werden und dennoch die liturgischen Orte der Kirche miteinbeziehend. So lässt sich Jesus im Jordan (hier das Taufbecken) taufen, er schart Jünger um sich, heilt Lahme und widerruft Urteile gegen Zöllner und Ehebrecher – leb- und glaubhaft wurde da deutlich, dass Jesus gelebt hat und dennoch mehr als nur Mensch war.

Die Zwiegespräche mit Gottvater – Stephan Trost als liebevoller Vater – wiederum zeugten von menschlichen Gefühlen. Vertrauen, Hoffnung, Freude, aber auch Angst – Jesus wurde hier zum Menschen und seine Suche nach Gott war es ebenso. Berührend, wie Jesus sich an Gott, seinen Vater, klammert, ergreifend, wie Judas – großartig hier Winfried Wolke – sich vor sich selbst und vor den Jüngern für den Verrat Jesus‘ rechtfertigt, spannend-dramatisch, wenn Jesus im Tempel, dem Haus seines Vaters, die Markthändler und Kunden vertreibt.

Aber am eindrücklichsten ist die Schlussszene: In Gottes ausgebreiteten Armen hängt Jesus symbolisch am Kreuz, dann leuchtet das Kirchenkreuz und schließlich das gesamte Heilige Grab mit seinen gut 140 bunten Lampen. Ein einzigartiger Moment, wenn das Schauspiel und die Musik – großes Lob an die Komponisten Jörg Florian Müller und Andi Reichhelm – verklingen und nur das Heilige Grab strahlt.

Langer

Schlussapplaus

Allen Schauspielern, den Regisseuren Marianne Neumüller, Julia und Werner Hofmann, den Musikern Jörg Müller, Piano und Akkordeon, Josef Steiner, Klarinette, Andi Reichhelm, Gitarre, Isabella Kaiser, Gesang, und Rupert Schäffer, Gesang und Geige, und allen Mithelfern vor und hinter der Bühne sei hier großes Lob ausgesprochen.

Noch lange nach dem langen Schlussapplaus in der Pfarrkirche bleibt die gesamte Handlung dem Betrachter gegenwärtig. Kitsch, nein, das ist gelebter Glaube, das hat mehr als Symbolkraft, da wird das Theatrum sacrum mit Leben ausgefüllt, da werden das Leben, das Sterben und die Auferstehung begreifbar.

Weitere Aufführungen

Weitere Aufführungen finden statt heute, Mittwoch, 3., Freitag, 5., Mittwoch, 10., und Freitag, 12. April, jeweils um 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 7. April, um 15 Uhr. Der zweite Teil des Auferstehungsspiels „Die Auferstehung Jesus“ findet statt am Ostermontag, 22., Mittwoch, 24., Freitag, 26., Dienstag, 30. April, Freitag 3., und Samstag, 4. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, sowie an den beiden Sonntagen, 28. April, und 5. Mai, jeweils um 15 Uhr. Weitere Informationen und Tickets über München Ticket und Tourist-Info Aschau, Telefon 08052/904941 oder Tourist-Info Sachrang, Telefon 08057/904937.

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