Neue Rehabilitationswege anvisiert

von Redaktion

Professor Dr. Peter Young folgt als Ärztlicher Direktor auf Professor Dr. Günter Ochs

Bad Feilnbach – Der eine zieht den weißen Kittel mit Medical Park-Logo erstmals an, der andere hing diesen nach dem Festakt an den sprichwörtlichen Nagel: Neuer Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie im Medical Park Bad Feilnbach Reithofpark ist Professor Peter Young. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Günter Ochs an, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ochs hatte – wie berichtet – die Neurologie am Fuße des Wendelsteins aufgebaut und zu einem Erfolgsmodell gemacht.

Fachmann mit Innovationsgedanken

Mit Young konnte die Reithofpark-Klinik einen ausgewiesenen Experten für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen gewinnen. Er ist Facharzt für Neurologie mit den Zusatzqualifikationen Intensivmedizin und Schlafmedizin. An der Universität Münster hatte er über zehn Jahre eine W2 Professur für klinische Neurologie und Neurogenetik inne. Seine klinischen Schwerpunkte liegen in der Neurophysiologie, neurogenetischen Erkrankungen und deren Diagnostik sowie der Intensiv- und Beatmungsmedizin. Hier sollen auch neue Wege der Klinik beschritten werden. Wie diese genau aussehen sollen, werde sich in den kommenden Monaten entwickeln, kündigte die Führungsriege gegenüber unserer Zeitung an.

Die Neurologie in Bad Feilnbach ist eine Erfolgsgeschichte: Innerhalb von drei Jahren und unterstützt von einem multiprofessionellen Team, hat Professor Ochs die neurologische Frührehabilitation dort über die Grenzen Südbayerns hinaus zu einem anerkannten, modernen Kompetenzzentrum für Neurologie geführt.

Bereits fünf Monate nach Inbetriebnahme des neuen Trakts lag man – wie berichtet – bei 94 Prozent Auslastung. Für über zehn Millionen Euro entstand das Versorgungs- und Betreuungszentrum für neurologische Akutpatienten. Mittlerweile ist auch ein Teil der Hauptverwaltung in Bad Feilnbach überdies angesiedelt.

Vieles gilt es bei einem Aufbau von null an zu beachten – baulich, medizinisch, bei der weiteren Versorgung der Patienten, verwaltungstechnisch und und und. Neben seinem medizinischen Fachwissen brachte Prof. Ochs seine jahrelange Erfahrung auf Führungsebene mit nach Bad Feilnbach. „Unsere Idee war da, aber sonst nichts“, würdigte Vorstandsvorsitzender der Medical Park-Unternehmensgruppe, Dr. Ulrich Mauerer, die Verdienste Ochs. Am Flughafen habe das entscheidende Gespräch damals stattgefunden, das Professor Ochs zur Medical „Familie“ geführt habe. „Sie haben Außergewöhnliches geschaffen, ein tolles Team mit hoher Fachkompetenz aufgebaut“, bescheinigte Dr. Mauerer überdies.

160 Betten sind ausgelastet. „Erkrankungen des Nervensystems, Schlaganfall oder Parkinson werden im Alter immer mehr. Zudem gibt es allein in Deutschland beispielsweise 150000 Menschen, die an Multipler Sklerose, kurz MS genannt, erkrankt sind. Dabei hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Therapie stark verändert. Erkrankungen sind viel besser behandelbar. Die Entwicklung auf diesem Sektor ist enorm. Wir können Menschen, natürlich abhängig von der Schwere des Falls, nahe an die Heilung bringen“, so Professor Ochs. Der Medizinier gestaltete ein interdisziplinäres Behandlungskonzept, in dem Medizin, Therapie und Pflege Hand in Hand arbeiten. Hoch effizient und unterstützt von Hightech-Ausstattung wie einem G-EO Gangtrainer sei es gleichzeitig dem Menschen zugewandt.

„Damit bietet die Neurologie des Medical Parks Bad Feilnbach hervorragende Bedingungen für größtmögliche Therapiefortschritte in den Behandlungsphasen B, C und D bei Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskulatur. Die Weiterempfehlungsrate von 91 Prozent spricht für sich“, so Dr. Mauerer.

Mit Youngs Verpflichtung habe man einen „Top-Mann“ geholt. Nach dem Studium der Humanmedizin und Promotion an der Christian Albrecht Universität zu Kiel und seiner Facharztausbildung für Neurologie in Münster war Young von 1999 bis 2001 an der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich (Institut für Zellbiologie, DFG Stipendiat) tätig. Anschließend setzte er seine Tätigkeit am Universitätsklinikum Münster fort. Seit 2013 leitete er das Institut für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Vorsitz in zahlreichen Vereinigungen

Young hat sich für den Weg des Patienten nach Diagnosestellung und Akuttherapie engagiert. Der Mediziner ist Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften und Berufsverbänden, unter anderem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) sowie Vorsitzender des medizinisch-wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke.

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