Aufführung als Talentbörse

von Redaktion

Jubiläums-Frühjahrskonzert des Männergesangvereins Brannenburg Schloss

Brannenburg – Seit nunmehr 30 Jahren beginnt das Frühjahr für die Liebhaber traditioneller Volksmusik mit einem festen Termin: dem Frühjahrskonzert des Männergesangvereins Brannenburg Schloss. Längst hat das Konzert sein Stammpublikum, das nicht nur aus Brannenburg und dem Inntal, sondern aus dem ganzen Landkreis kommt. So auch beim Jubiläumskonzert in der vollbesetzten Brannenburger Wendelsteinhalle, bei dem der „Falkenstoaner Dreigsang“, die „4 jungen Hinterberger“ und die „Pasterkopf Musi“ zu Gast waren – alles Leute in ihren 20er- und 30er-Jahren. Dazu das Duo Anna Geyer und Rebekka Heran am Hackbrett, beide gerade erst neun Jahre alt. Das Frühjahrskonzert versteht sich in gewissem Sinn durchaus als Talentbörse: „Wir bemühen uns jedes Jahr, auch jungen Musikern, die ganz am Anfang ihrer Laufbahn stehen, eine Bühne zu bieten“, sagt dazu Josef Kaffl, Vorsitzender des Männergesangvereins. „Für nicht wenige ist das oft sogar der allererste Auftritt vor einem großen Publikum.“ So auch für Anna und Rebekka, die gleichzeitig bewiesen, dass „erster Auftritt“ alles andere als „Anfänger“ bedeutet: Man muss – wie die beiden – schon wirklich gut sein, wenn man in den Rahmen des Frühjahrskonzerts passen will.

Bei der Auswahl der Gäste und auch bei der Abstimmung dessen, was gesungen und gespielt wird, schaut Josef Kaffl darauf, dass nach Möglichkeit für jeden Geschmack etwas dabei ist. Der „Falkenstoaner Dreigsang“ aus Flintsbach übernahm in diesem Jahr die etwas gesetzteren und besinnlicheren Klänge, die „4 jungen Hinterberger“ boten das Repertoire einer klassischen kleinen Tanzlmusik und die „Pasterkopf Musi“ zeigte mit Harfe, Bariton und Diatonischer Ziach, welche Bandbreite des Ausdrucks und welche Klänge Volksmusik bietet kann, ohne dass der Rahmen des Traditionellen ganz verlassen wird.

Zwischen den Gästen dann gewissermaßen als Bindeglied immer wieder der Männergesangverein, begleitet von Evi und Schorsch Köstner von der Bad Anger Ziachmusi. Und die ja doch eher gesetzteren Herren bewiesen, dass sie sich hinter ihren jungen Musikerkollegen absolut nicht verstecken müssen – sie standen ihnen an Frische und Lebendigkeit jedenfalls in nichts nach.

Insofern war das rundum gelungene Jubiläumskonzert in der Brannenburger Wendelsteinhalle nicht nur für den Chor selbst, sondern auch für zwei weitere Personen ein Grund, stolz zu sein: Für den zum Jahreswechsel verabschiedeten Chorleiter Alois Fellner, weil er in den vergangenen 31 Jahren einen Klangkörper geschaffen hat, der sich hören lassen kann, und für Erik Mack, den frischgekürten neuen Chorleiter des Vereins, weil er die Feuertaufe seines ersten großen Konzertes mit Bravour bestanden hat.

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