Kiefersfelden – Als eine der ersten Kommunen im Kreis gewährt die Gemeinde Kiefersfelden einen Beitragszuschuss von 100 Euro je Kind und Monat für alle Kindergartenkinder und die gesamte Kindergartenzeit seit dem 1. April dieses Jahres. Damit kommen in Summe rund 50000 Euro auf die Kommune zu, die damit in Vorleistung geht. Das wurde in der jüngsten Ratssitzung entschieden.
Positiv sieht diese Entscheidung Bürgermeister Hajo Gruber (Parteifrei). Er hält es für wichtig, dass gerade junge Familien entlastet werden, denn sie seien schließlich „unsere Zukunft“. Außerdem setzt er zusammen mit dem Gemeinderat darauf, dass die für die Monate April, Mai und Juni ausgezahlten Gelder trotz zunächst noch fehlender bindender Rechtsgrundlage der Landesregierung, wie angekündigt, ins Gemeindesäckel zurückfließen werden.
Die Grenzgemeinde entlastet mit der Vorfinanzierung alle Familien, deren Kinder, die in die drei gemeindlichen Kindergärten St. Barbara, St. Martin und St. Peter im Ortsteil Mühlbach gehen, mit sofortiger Wirkung. Zurück in den Gemeindesäckel fließt der vorzeitig ausgezahlte Beitragszuschuss von etwa 50000 Euro voraussichtlich wieder im Juni.
Der Betragszuschuss wird für alle Kinder gewährt, die im Jahr 2018 oder früher das dritte Lebensjahr vollendet haben. Eltern, deren Kinder erst in diesem Jahr das dritte Lebensjahr vollenden, erhalten den Beitragszuschuss ab 1. September dieses Jahres. Für die Eltern sicher eine gute Sache, die Kinder ließ diese Nachricht dagegen eher unberührt, sie spielten munter weiter auf dem Abenteuerspielplatz des Kieferer Kindergartens St. Martin, wo die Fachkräfte stets ein Auge auf die insgesamt 98 Kleinen haben.
Leiterin Monika Schumacher findet die Entscheidung der Gemeinderäte gut. Gleichzeitig hatte sie keine Befürchtung, dass Kinder abgemeldet werden, wenn der Zuschuss nicht fließe. Schließlich habe sie stets sehr gute Erfahrungen mit dem „teiloffenen Konzept“ des Kindergartens St. Martin gemacht. „Wir haben drei Regelgruppen und eine Integrationsgruppe für unsere Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.“ Für das Wohlbefinden und die ordnungsgemäße Betreuung der Kindergartenkinder steht der Leiterin ein Stab von Mitarbeitern zur Verfügung; zehn pädagogische Fachkräfte, eine Hauswirtschafterin und eine Reinigungskraft bilden das Team, das stundenweise von einer Heilpädagogin ergänzt wird. Das teiloffene Konzept greift vor allem nachmittags, wenn aus vier Gruppen zwei werden. Die Entscheidung, wer in welche Gruppe möchte, treffen die Kinder selbst. „Das fördert die Selbstständigkeit und Entscheidungsfreude bei den Kleinen“, weiß die Leiterin, die nur positive Erfahrungen gemacht hat.