Neubeuern – Benedikt Böhm ist Geschäftsführer des Bergsportartikelherstellers Dynafit und Speed-Bergsteiger. In diesem März überquerte er die Alpen von Ruhpolding bis Kasern in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Wofür trainierte Bergsportler etwa drei bis sechs Tage benötigen, schaffte er in knappen 29 Stunden.
Bereits 2006 überquerte er mit seinem Team die Alpen. Doch dieses Mal wollte er dem Ganzen einen Sinn geben, mit der Aktion etwas Gutes tun, so Böhm. „Es hat mich total gefreut, dass ich diesen Gedanken hatte und mich wahnsinnig motiviert“, sagt der junge Mann. „Ich habe selbst drei Kinder und hatte eine tolle Kindheit. Das wollte ich auch anderen ermöglichen.“
Eine Woche lang hat Dynafit Stirnbänder zum Sonderpreis von zehn Euro angeboten. Diese Einnahmen kommen eins zu eins dem Albert-Schweitzer-Kinderhaus zugute. Böhm hatte versprochen, den Betrag zu verdoppeln, wenn er seine selbst gesetzte Zeit von 36 Stunden unterbietet.
Die 650 Stirnbänder waren sofort ausverkauft. Das Zeitlimit wurde unterschritten und damit die Spende auf 13000 Euro verdoppelt. Das Geld brachte Benedikt Böhm jetzt persönlich zum Kinderhaus Rosenhof in Neubeuern.
„Durch eine Schulfreundin meiner Frau kam ich auf den Verein. Das Kinderhaus in Neubeuern hat wegen der Nähe zu den Bergen, zu Ruhpolding, wo ich gestartet bin, und zu Kiefersfelden, wo wir unsere neue Firmenzentrale bauen, perfekt gepasst“, meint er. „Mir ist wichtig, dass ich und die Leute, die spenden, auch wissen, wohin das Geld geht und bei dieser Einrichtung habe ich Vertrauen.“
Bereits bei der jüngsten OVB-Weihnachtsspendenaktion wurden über 800000 Euro von Privatpersonen und Unternehmen für den Bau einer Verselbstständigungseinheit gesammelt. Böhms Spende soll für die Ausstattung des Gebäudes verwendet werden.
Das Kinderhaus Rosenhof beherbergt aktuell neun Kinder, die meisten sind Sozialwaisen. Das sind Kinder, deren leibliche Eltern zwar noch leben, aber sich nicht um ihre Kinder kümmern können.
Die Verselbstständigungseinheit, eine kleine Wohnung in direkter Nachbarschaft, soll die Jugendlichen sanft auf ihre Selbstständigkeit nach dem Kinderhaus vorbereiten. Die Heranwachsenden müssen selbst waschen, kochen, einkaufen und putzen. Dabei sind sie in bekannter Umgebung und haben ihre Erzieher und Therapeuten nach wie vor als Ansprechpartner in der Nähe.
„Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, solche Aktionen öfter zu machen. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich konnte die Energie des Laufs nutzen, um den Kindern zu helfen“, sagt Böhm zum Abschluss. „Für den Anfang hat es schon mal toll geklappt.“