Vogtareuth – Selten gab es so zufriedene Gesichter im Gemeinderat von Vogtareuth. In der jüngsten Sitzung stellte nämlich Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (Überparteiliche Wählergemeinschaft) die Vereinbarung zur Dorferneuerung vor. In einem ersten Paket wird es um die Vogteistraße und den Moosweg gehen. Alle Gemeinderäte gaben grünes Licht.
Es geht vorwärts in Vogtareuth. Nachdem nun der Dorfstadl beim Pfarrhaus mit großem Aufwand aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und zum Pfarrheim um- und angebaut worden war, wurde jetzt der Vertrag zwischen der Gemeinde Vogtareuth, stellvertretend mit dem Rathauschef, und der Teilnehmergemeinschaft (TG), vertreten durch Peter Höcherl vom Amt für ländliche Entwicklung, abgeschlossen.
„Es geht um die Entwicklung eines Dorfzentrums. Pfarrgarten und das neue Pfarrheim sollen dabei ebenso integriert werden wie ein Dorfbrunnen und Grünflächen“, sagt Leitmannstetter. Dieses umfangreiche Projekt gehöre übrigens zu den „schönsten Aufgaben eines Bürgermeisters“, meint er schmunzelnd. Schließlich habe keiner etwas dagegen, trotz der Kosten von rund 2,5 Millionen Euro, die auf die Gemeinde zukommen. Das sind 40 Prozent der Gesamtkosten, die restlichen 60 Prozent übernimmt das Amt für ländliche Entwicklung (ALE).
Völlig neu gestaltet werden soll die Vogteistraße. Das wilde Parken entlang des Pfarrgartens mit aufgeweichtem Boden und Schlammpfützen bei Regen wird der Vergangenheit angehören. Auch die Straßenführung wird der Architekt neu überplanen, immer im Zusammenhang mit dem Moosweg. „Auch dort soll sich optisch viel tun“, bestätigt Leitmannstetter.
Äußerst positiv bewertet es der Bürgermeister, dass die Kirche grünes Licht für eine Beteiligung am Gesamtprojekt gegeben hat. „Das ist uns wichtig.“ Denn durch die Arbeitskreise, in denen sich viele Bürger zusammengeschlossen haben, sei auch die Idee entwickelt worden, Gehwege von der Vogteistraße zur ehemaligen Staatsstraße über das Gelände der Kirche zu führen. Des Weiteren sei geplant, die Parkbuchten für den Bus auf der Staatsstraße zurückzubauen.
„Ich bin sehr begeistert“, meint Leitmannstetter über den Start der Dorferneuerung in Vogtareuth. Bis zum Herbst könnten die Planungen stehen, so hofft er. Über den Winter sollte ausgeschrieben werden, um sofort im Frühjahr 2020 mit der Umsetzung der Pläne zu beginnen. „Im Herbst des nächsten Jahres könnte es in die Endphase der Realisierung gehen.“
Damit diese Träume nicht nur Schäume sind, votierte der Vogtareuther Gemeinderat für ein festgelegtes Prozedere. Ein wichtiger Punkt dabei: die Finanzierung. Laut Vertrag muss die Gemeinde dafür Sorge tragen, dass die jeweiligen Kosten im aktuellen Haushaltsplan gestaffelt eingestellt sind. Die Teilnehmergemeinschaft, federführend ist Peter Höcherl vom ALE, der das Projekt umfassend begleiten wird, übermittelt der Gemeindeverwaltung die zu zahlenden Beträge mit Zahlungstermin. Die Gemeinde verpflichtet sich, diese pünktlich und im vollen Umfang zu leisten. „Nur so können wir die Zuschüsse beantragen“, erklärt Höcherl die Vorgehensweise.