Großkarolinenfeld – Wo jetzt noch eine grüne Wiese wächst, entsteht schon bald Bauland: Der Bebauungsplan für die Fläche „Großkarolinenfeld-Ost“ ist bereits in Kraft, nun musste der Gemeinderat noch die Erschließung klären. Mit zwei Gegenstimmen wurde schließlich die „Variante 5“ beschlossen, die Planer Georg Schollerer vom Ingenieurbüro Roplan vorgestellt hatte.
Die Herausforderung war es dabei, die neuen Verkehrswege in Bezug zu den bestehenden Straßen zu bringen. Als Grundprämisse gingen die Planer davon aus, dass sich der Verkehr mehr in Ost-West-Richtung, also hin zum Zentrum von Großkarolinenfeld, entwickeln werde. Wie Planer Schollerer skizzierte, werden die Bgm.-Mertl-Straße und der Veilchenweg etwa wie im Bestand fortgeführt. Die Nord-Süd-Verbindung erfolgt über verkehrsberuhigte Bereiche und einen Geh- und Radweg. In den Spielstraßen stellte sich die Frage, ob man für die Bepflanzung pflegeintensivere Grüninseln oder Baumscheiben favorisierte. Außerdem galt es hier abzuwägen, ob man lieber mehr Bäume oder mehr Parkplätze haben will.
Die Verlängerung des Veilchenweges, ebenfalls als Spielstraße vorgesehen, führt zu einem Wendehammer. Planer Schollerer betonte, dass hier auch „progressivere“ Lösungen vorstellbar wären, etwa Pflanztröge oder bewegbare Sitzbänke. Die Abwägung zwischen „Mehr Grün“ und „Mehr Parkplätze“ sei hier aber insbesondere von der entstehenden Bebauung abhängig. Die östlichen Bauflächen werden über Privatgrund mit Geh- und Fahrrechten erschlossen. Schollerer erklärte auch, dass eine Einfahrt in den Filzenweg laut Bebauungsplan nicht gestattet ist. Der beliebte Freizeitweg bleibt also geschützt.
In Sachen Erschließungskosten betonte Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei), dass man sich große Gedanken über die Beitragsgerechtigkeit gemacht habe. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, den nördlichen und den südlichen Teil getrennt als Erschließungsanlage zu betrachten. Damit möchte man das Problem mit den Eckermäßigungen lösen und hoffe auf einen positiven Einfluss bei der Berechnung. Die Kosten für den Geh- und Radweg trägt die Gemeinde, weil man hier von einem größeren Nutzerkreis ausgeht. Der Gemeinderat bestätigte die „Variante 5“, forderte aber eine Abstimmung mit den Anwohnern. khe