Großkarolinenfeld – Das Geländer voller Rost, der Asphalt aufgerissen, die Fahrbahn schmal: die Brücke in der Großkarolinenfelder Kolbergstraße, die über die Rott ins Zentrum führt, ist deutlich in die Jahre gekommen. Nun soll sie erneuert werden, wie der Gemeinderat einstimmig beschloss. Doch wie genau das neue „Tor“ zur Gemeindemitte aussehen soll, das ist noch nicht endgültig geklärt. Deswegen hat sich der Gemeinderat vor seiner letzten Sitzung die Situation vor Ort angesehen. Insbesondere die Frage nach Anzahl und Standort neuer Bäume wurde dabei diskutiert. Das Ergebnis: Mit drei Gegenstimmen wurde ein Aufschub beschlossen. Die Baum-Frage soll nun zunächst mit den Nachbarn abgestimmt werden.
Eigentlich hatte sich schon der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigt. Doch auch da war man sich nicht schlüssig über eventuelle „Baumtore“, also zwei Bäume vor und nach der Brücke, die den Weg einsäumen sollen. Deswegen ging die Fragestellung nun an den Gemeinderat. Der war grundsätzlich einverstanden mit den Planungen für die neue Brücke, die das Ingenieurbüro Roplan erarbeitet hatte und 2020 umgesetzt werden sollen.
Georg Schollerer von Roplan erklärte das Vorhaben: Demnach soll der Neubau um rund 1,50 Meter nach Süden verschoben werden – eine wichtige Info, um die Standorte der Bäume diskutieren zu können. Denn damit ergibt sich mehr Platz im nördlichen Bereich, wo die Brücke aktuell eng an Privatgrundstücken liegt. Mit einer Fahrbahnbreite von sechs Metern sowie einem nordseitigen Gehweg von zwei Metern wird die Brücke breiter als jetzt – eine Voraussetzung für eine finanzielle Förderung von voraussichtlich 50 bis 60 Prozent der Kosten. Um für eventuelle Hochwasser der Rott gerüstet zu sein, wird die Brücke um 60 Zentimeter angehoben.
Bleibt noch die Frage nach den Baumtoren. „Diese würden symbolisieren, dass man nun ins Ortszentrum kommt“, sagte Bürgermeister Bernd Fessler. Das wäre nicht nur eine optische Aufwertung, sondern könnte auch geschwindigkeitsreduzierend wirken. Margarete Knorek (GBV) meinte allerdings, es würden dann zu viele Bäume. Dem widersprach der Bürgermeister, weil durch die Verschiebung der Brücke zumindest einer, vielleicht auch zwei der Bäume im aktuell südlichen Bestand weichen müssen. Laut Planer Schollerer werde es auch im Norden nicht zu eng, da die in Baumscheiben in den Boden eingelassenen Bäume noch rund zwei Meter Abstand zur bestehenden Hecke hätten. Knorek zweifelte aber auch die Notwendigkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung durch die Bäume an – immerhin erreiche man diesen Effekt schon durch die Höherlegung und Verschwenkung der Brücke.
Bürgermeister Fessler berichtete, dass auch die Nachbarn geteilter Meinung seien und etwa vermehrten Schatten durch die Bäume kritisierten.
Da Planer Schollerer erklärte, man könne mit dem Bau der Brücke bereits beginnen, bevor man sich über die Bäume geeinigt hat, beschloss der Gemeinderat einen Aufschub: Zwar genehmigte er die vorgestellten Planungen der Brücke, stellte die Frage nach dem Baumtor aber zurück. Man wolle sich dazu zunächst mit den Nachbarn abstimmen.