Aschau – Zu seinem christlichen Glauben stehen, an die Auferstehung glauben und die Frohe Botschaft in die Welt tragen: Darum geht es im zweiten Teil des Auferstehungsspiels am Heiligen Grab in der Aschauer Pfarrkirche. Viel Applaus gab es bei der Premierenfeier.
Basierend auf dem Theaterstück von 2005, das damals in der Aschauer Festhalle aufgeführt wurde, präsentiert sich das diesjährige Auferstehungsspiel in neuem Gewand und mit dem frisch renovierten Theatrum Sacrum an einem neuen, aber doch dafür logischen Platz, nämlich in der Kirche.
Den dreistufigen Aufbau der Theaterkulisse machen sich dabei die Regisseure Werner Hofmann und Marianne Neumüller zunutze, Gottvater und sein Sohn Jesus stehen auf der höchsten, der himmlischen, Ebene: „Ich bin immer da.“ Dieses Versprechen Gottes bewahrheitet sich auf der irdischen Ebene, der mittleren, wenn sich der auferstandene Jesus Maria Magdalena zeigt: „Der Tod ist nicht das Ende.“
Auf der untersten Ebene ist wahrhaftige Verzweiflung zu spüren, wenn die Jünger klagen: „Jesus ist tot!“ Dieses scheinbar Endgültige wandelt sich in gläubige Freude, als Maria Magdalena den Jüngern von ihrer Begegnung berichtet. Und selbst der ungläubige Thomas wird bekehrt – diese Szene und wie die Jünger den christlichen Glauben weiter verbreiten, sind an die Erzählungen der Apostelgeschichte angelehnt und wird von allen Mitwirkenden glaubhaft dargestellt.
Sei es das Nacherzählen der Wundertaten Jesu, sei es die Steinigung des Stefanus oder sei es die Wandlung des Saulus zum Paulus – geschickt wechseln sich Massenszenen und eindrücklich gestaltete Monologe und Dialoge ab und lassen die zahlreichen Premieren-Zuschauer nicht unberührt. Großartig, wie die Hohen Priester ihre vermeintliche Macht ausnutzen und von oben herab, der Zwischenebene, den ersten Christen ihren Glauben verbieten wollen. Bewegend, wenn die Apostel am Altar das Brot brechen. Und berührend, wenn Sarah – der Pieta ähnlich – ihren toten Verlobten Stefanus in den Armen hält.
Die Ergriffenheit des Schauspiels manifestiert sich durch die Musik, die stimmig zwischen klassischen und funkig-souligen Klängen variiert. Chorstimmen (Einstudierung Bernadette Osterhammer) und Instrumentalisten werden von der Empore herab eins mit den Schauspielern vorne am Altar – Klangbilder, die die Gefühlswelt der Akteure unterstreichen, und die einzufangen dem Komponisten Jörg Müller grandios gelungen ist. Die Dankeshymne am Schluss das Lebendigmachen des biblischen Zitates „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“.