Die Brieftauben sind los

von Redaktion

Am Sonntag startet die Saison in Ulm

Ostermünchen/Rosenheim/Rott am Inn – In wenigen Tagen startet die neue Saison bei den Brieftaubenzüchtern. Dann gehen die Vögel wieder auf weite Reisen und fliegen im Wettbewerb Strecken bis zu 500 Kilometer.

28 reisende Züchter aus sieben Vereinen (Kirchseeon, Glonn, Grafing, Rott am Inn, Rosenheim und Kolbermoor) sind dabei in der hiesigen Reisevereinigung (RV) Oberland vereint. Sie bilden zudem mit den RVs aus Rosenheim und Reichenhall eine Transportgemeinschaft.

Ihren ersten Preisflug starteten diese bereits am 28. April ab Ulm. Gut 160 Kilometer Luftlinie liegen zwischen der baden-württembergischen Stadt und dem Heimatschlag. Mit einem Spezial-Lkw (Kabinenexpress) werden die Tauben dabei zu ihrem Auflassort transportiert.

Im Reiseplan sind heuer insgesamt 13 Preisflüge vorgesehen. Die Starts erfolgen dabei noch in Laichingen, Esslingen, Karlsruhe, Landau in der Pfalz, Homburg/ Saar und Steinfort/Luxemburg. Steinfort hat mit 500 Kilometern die weiteste Strecke aufzuweisen.

Doch nicht nur die Länge der Strecke spielt eine Rolle, sondern auch das Wetter, wie Oberlandvorsitzender Jakob Gerg betont: „Das Wetter ist grundlegend für jeden Start der Tauben.“

Die RV Oberland hat, wie jede RV in Deutschland, einen Flugleiter, der vom Verband Deutscher Brieftaubenzüchter und dem Deutschen Wetterdienst geschult ist. Nach einer mehrstündigen Ruhepause für die Tauben am Auflassort, bestimmt er den geeigneten Zeitpunkt des Starts.

Vorab informiert er sich über die Wetterlage auf der gesamten Strecke, damit die Tauben möglichst sicher wieder nach Hause kommen. Bei Nebel, Regen, Sturm oder Gewitter bleibt der Kabinenexpress geschlossen.

Wer an den kommenden Wochenenden also gen Himmel blickt, kann sehr gut die Brieftauben in großen Schwärmen oder kleinen Grüppchen auf ihrem Heimflug entdecken. In ganz Deutschland beginnt nämlich die Reisesaison für rund 40000, unter denen es ab jetzt nur noch einen Gruß gibt: „Gut Flug!“

Vertrauens- und Kontaktperson der hiesigen Reisvereinigung sind Lorenz Untereichmeier, Schechen, Telefon 08031/50338, und Jakob Gerg, Ostermünchen, Telefon 08067/180741.

Richtige Erstversorgung für verirrte oder verletzte Brieftauben

Nicht immer geht alles glatt: Manchmal verirrt sich eine Brieftaube auch auf einem Flug oder verletzt sich. Von daher haben RV-Vorsitzender Jakob Gerg und seine Mitstreiter zu Saisonbeginn noch ein besonderes Anliegen. Denn wenn jemand eine Reisebrieftaube findet, die sich verirrt hat oder verletzt ist, ist die richtige Erstversorgung von großer Bedeutung: „Wasser und Futter – etwa Vogelfutter oder Mais – sind genau das Richtige.“ Wie erkennt man Brieftauben? „Sie haben immer zwei Ringe – je Fuß einen. Einer ist der Verbandsring, der andere ein Elektronikring mit der Telefonnummer des Züchters.“

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