Spatenstich für ein Millionenprojekt

von Redaktion

Symbolischer Spatenstich für die neue Kläranlage in Oberaudorf. Mit geschätzten 10,5 Millionen Euro ist die Maßnahme die historisch teuerste in der Inntalgemeinde.

Oberaudorf – Die neue Kläranlage steht auf Schwemmland vom Inn – „eine Herausforderung“, so Werksleiter Michael Schmid im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Erst in drei, vier Metern Tiefe findet sich eine tragfähige Schicht, weshalb der Boden jetzt Meter für Meter von einer Fachfirma abgezogen wird. Mit Hunderten von Betonpfählen, die im Abstand von 50 Zentimetern gegründet werden, will man den Untergrund stabilisieren, führt Schmid weiter aus.

Gleichzeitig wird der Grundwasserspiegel mittels vier Brunnen gesenkt, um das Baugebiet trockenlegen und betonieren zu können.

Wie berichtet, hat die Firma Schmölzl aus Bayerisch Gmain den Auftrag zum Neubau der Anlage erhalten. Der erste Bauabschnitt, der noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, umfasst im Wesentlichen den Bau der neuen Pumpgebäude, der Betriebsgebäude, des Vorklärbeckens und der Rechengebäude.

Ein umfangreiches Vergabeverfahren für weitere Aufgaben geht mit dem Baubeginn einher. Diese umfassen zum Beispiel den landschaftspflegerischen Begleitplan, die Prüfstatik, eine Projektbetreuung, den Sicherheits- und Gefahrenkoordinator, den Schadstoffgutachter für die Haufwerksprobe (der gesamte Aushub muss vor dem Abtransport zwischengelagert und auf Schadstoffe überprüft werden.

Ergänzend wurden Rodungsarbeiten durchgeführt und mit den Nachbarn Vereinbarungen über weitere Lagerflächen erzielt.

In die Historie mussten die Planer in Sachen Kampfmittelfreiheit gehen: Hierzu wurde unter anderem vom Landesluftbildarchiv eine Aufnahme vom 15. Juli 1945 angefordert. Nach Befragung von Zeitzeugen wurde auf weiteres Bildmaterial aus dem britischen Archiv verzichtet, da dieses vom April 1945 datiert und die Bombardierung von Oberaudorf erst im Mai 1945 erfolgt ist. Die Aufnahme ergab keinerlei Hinweise auf mögliche Einschlagkrater bezüglich der Bombardierung von Oberaudorf und des Artilleriebeschusses von Niederaudorf.

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