Streuobstwiesen: Enteignung befürchtet

von Redaktion

Diskussion zu Volksbegehren Artenvielfalt mit Landwirten – Kritik an Gesellschaft

Prutting/Ostermünchen – Viele Landwirte sind mit dem Volksbegehren Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern „Rettet die Bienen“ unzufrieden. Dass sie sich als einseitig ins Visier genommen sehen, zeigte sich auch bei Arbeitsgesprächen, zu denen Otto Lederer und Daniela Ludwig eingeladen hatten. Der CSU-Landtagsabgeordnete äußerte gar die Befürchtung, dass Streuobstbauern Flächen abgenommen werden könnten.

Landesweite Zielvorgabe

In dem Punkt Streuobstwiesen waren sich Landwirte und Vertreter von Bauernverband, Maschinenring und dem CSU-Arbeitskreis Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einig: Eine generelle und grundsätzliche Einstufung aller Streuobstwiesen ab 2500 Quadratmeter Fläche als Biotop lehnten sie ab. Hier müsse es dringend Ausnahmen geben. „Dabei steht auch nicht die Problematik der Pflege oder des geldwerten Ausgleichs im Vordergrund, sondern die drohende Enteignung hofnaher Flächen“, erklärt Lederer. Dies hätte zur Folge, dass sich viele Betriebe nicht mehr zukunftsfähig entwickeln könnten. Dies könne aber nicht Ziel des Volksbegehrens sein. Beim Volksbegehren Artenschutz ist für Artur Auernhammer, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestags, zu Gast in Prutting, noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es sei richtig gewesen, dass sich der Bauernverband den Verhandlungen nicht verweigert habe, „wir müssen das Beste daraus machen.“

Grundsätzlich zeigten sich die Bauern offen für den Artenschutz. Kritik gab es dafür, dass das Volksbegehren einseitig die Landwirtschaft ins Visier nähme und die gesamtgesellschaftliche Dimension des Artenschutzes außer Acht lasse.

Das Volksbegehren Artenschutz hatte für die Landwirte verblüffende Auswirkungen. Mehrere Teilnehmer des runden Tisches berichteten, dass sich die Einstellung der Bevölkerung zur Nutzung von Wiesen, Wäldern und Feldern geändert hat. So gebe es mehr Übergriffe auf das Eigentum der Landwirte. Mountainbiker fahren über die Felder und Wiesen, Jogger laufen über den Grund. Die Landwirte, so der Tenor, seien zum Allgemeingut geworden.

Eine Forderung der Bauern und ihrer Standesvertreter: „Die Gesellschaft muss ihr Verhältnis zur Landwirtschaft grundsätzlich überdenken.“ Dass die Regale in den Supermärkten tagtäglich voll seien, sei schließlich nicht gottgegeben, sondern maßgeblich den Landwirten und Gärtnern zu verdanken.

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