Goldene Mitte bevorzugt

von Redaktion

Gemeinderat Stephanskirchen Karl Mair wechselt Fraktion

Stephanskirchen – Stühlerücken im Gemeinderat: „Ja, ich sitze ab heute woanders“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Karl Mair, als er neben Hubert Lechner Platz nahm. Mair wechselte von der CSU-Fraktion zu den Parteifreien Bürgern.

„Ich möchte Kommunalpolitik überparteilich bestreiten“, so Mair. Er habe lange überlegt, ob er wechseln soll oder nicht, erklärte der 44-Jährige. Schließlich blickt Mair auf eine lange Mitgliedschaft in der CSU zurück, war dort auch stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender. Letztendlich sei er zu dem Schluss gekommen, „dass der Wechsel für mich richtig ist.“

Er sei immer schon offen für Ideen von Gemeinderäten aller Fraktionen gewesen, habe nie Vorschläge abgeblockt, nur weil sie aus einer anderen Partei kommen, denn für ihn sei Kommunalpolitik Sachpolitik, keine Parteipolitik. Hinzukomme, dass es innerhalb der CSU doch sehr unterschiedliche Auffassungen von Politik gebe und auch von der Entwicklung der Gemeinde. „Die einen wollen Stephanskirchen eher expansiv entwickeln, die anderen setzen mehr auf Nachhaltigkeit.“ Bei ihm habe sich mehr und mehr die Erkenntnis breit gemacht, dass er zur Mitte des politischen Spektrums gehöre „und das finde ich eher bei den Parteifreien wieder“.

Dr. Rolf-Jürgen Löffler (CSU) bedauerte den Wechsel und äußerte die Hoffnung, dass die bisher gute Zusammenarbeit fortgesetzt werde. Margit Sievi (SPD) und Christoph Wahnschaffe (Die Grünen) waren sich einig, dass Mairs Kompetenz im Bauausschuss fehlen wird. Der Diplomingenieur und Stadtplaner habe mit seiner „großen, großen Sachkenntnis viele Denkanstöße zur Gemeindeentwicklung gegeben“, wie Sievi betonte. Den CSU-Sitz im Bauausschuss übernimmt Bernhard Himmelstoß, Mair wechselt für die Parteifreien in den Haupt- und Finanzausschuss.

CSU-Fraktionsspitze legt Ämter nieder

Petra Schnell (CSU) sagte, dass die Fraktion mit Mair ein „wichtiges Mitglied mit einer unglaublichen Bandbreite an Wissen und unermüdlichem Engagement“ verloren habe. Sie bedauere das sehr und habe auch ihre Konsequenzen daraus gezogen.

Nicht nur sie: Petra Schnell und Petra Hofmann legten ihre Ämter als Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU nieder. Was Janna Miller (Die Grünen) bedauerte: Weil es nun in Stephanskirchen noch weniger Frauen in herausgehobenen Funktionen in der Kommunalpolitik gebe.

Den Fraktionsvorsitz der CSU übernahm erneut Dr.Rolf-Jürgen Löffler, sein Stellvertreter ist künftig Dieter Glas. Karl Mair bleibt Zweiter Bürgermeister.

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