Frasdorf – Der goldene Kranz an der Haustür beim Zimmermann in Riedlach kündete schon von Weitem: Ludwig und Notburga Schlosser feiern im Kreise ihrer Familie goldene Hochzeit. Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller gratulierte neben vielen anderen für die Gemeinde Frasdorf und überbrachte die Glückwünsche für 50 Jahre gemeinsamen Lebensweg.
Im Jahr 1969 gaben sich Ludwig Schlosser vom Zimmermann in Riedlach und Notburga Pertl vom Pletzenauer in Stockach das Jawort in der Pfarrkirche von Frasdorf. Zwei Söhne und zwei Töchter gingen aus der Ehe hervor, und mittlerweile können sich die beiden auch über sieben Enkel freuen. Kurz vor ihrer Heirat übernahmen sie 1969 das Anwesen vom Großvater, zehn Jahre vorher waren Stall und Tenne abgebrannt, lediglich das Vorderhaus konnte Dank der Brandmauer gerettet werden.
Ihr Leben lang bewirtschafteten sie gemeinsam das Zimmermann-Anwesen in Riedlach auf der Frasdorfer Sunnseitn, wo es kaum ebene Wiesen gibt. Arbeit gab es zeitlebens genug, rund um Haus und Hof. Trotzdem hatten beide noch immer genug Zeit, sich um das öffentliche Leben, die Kirche und die Vereine zu kümmern. „Niemand hat Zeit über, man muss sie sich halt nehmen“, sind sich beide einig. „Die Vereine wissen stets, wer sich für das Dorfleben engagiert und dann kommen sie halt auf einen zu.“
Vor seiner Heirat war Ludwig Schlosser als Mechaniker „auf den Starkstrommasten der Region daheim“. Allerhand Geschichten aus dieser Zeit hatte er für Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller bereit. „Als Starkstrommechaniker verdiente man zu dieser Zeit gut, und ich konnte mir damals schon ein Auto leisten“, erzählte er. Mit diesem Auto holte er seine „Burgi“ ein paar Mal beim Pletzenauer in Stockach ab. „Und dann haben wir bald darauf geheiratet“, ergänzte sie.
Eigentlich wären beide längst im Austrag. Aber bloß rumsitzen gehe halt gar nicht. Überall in Haus und Hof, Feld und Wald gebe es Arbeit, und die müsse ganz einfach getan werden, auch wenn es nicht mehr ganz so schnell geht. So genießen die Eheleute gemeinsam ihren Unruhestand und freuen sich, dass sie in der Familie und im Dorf weiter dringend gebraucht werden.reh