Kiefersfelden – Der Verkehrswahnsinn in Kiefersfelden bestimmte die Diskussion bei der Mitgliederversammlung der UW Kiefersfelden. Der gesamte Vorstand wurde für drei weitere Jahre bestätigt.
Diese Geschlossenheit war auch ein Signal dafür, dass die Unabhängige Wählergemeinschaft ihren Rang als stärkste Fraktion im Gemeinderat von Kiefersfelden und das Bürgermeisteramt bei den nächstjährigen Kommunalwahlen erfolgreich verteidigen möchte.
Der UW-Vorsitzende und Bürgermeister Hajo Gruber lobte die Zusammenarbeit seiner achtköpfigen Fraktion mit den UW-Mitgliedern, aber auch das angenehme Zusammenwirken aller drei Gemeinderats-Fraktionen in Kiefersfelden. „Wir haben viel geschafft und mit erfolgreichen Investitionen wie Schul- und Kindergartenausbau, der Sanierung des Gemeindestraßennetzes, dem Ausbau des neuen Gewerbegebietes an der Autobahnausfahrt“, berichtete Hajo Gruber.
Die gesamte Vorstandschaft erklärte sich bereit, für weitere drei Jahre zur Verfügung zu stehen. Damit war auch ohne eine gesonderte Erklärung klar, dass der einstimmig wiedergewählte UW-Vorsitzende Hajo Gruber bereit ist, bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr sein Bürgermeisteramt zu verteidigen.
Einstimmig bestätigt wurden bei der Mitgliederversammlung der UW-Kiefersfelden auch Siegfried Funk als Zweiter Vorsitzender, Hans Rauch als Kassier, Herbert Maierhofer als Schriftführer und Sepp Steigenberger als Öffentlichkeitsreferent. Ebenso geschlossen wurden Hilde Prinz, Robert Haidacher und Eberhard Zenau wieder als Ausschussmitglieder gewählt. Gleiches galt für Manfred Kurz und Klaus Vogel als Kassenprüfer. Bei der offenen Aussprache über die Gemeindepolitik stand der Verkehrswahnsinn in Kiefersfelden im Mittelpunkt. Beim Mautausweichverkehr, der inzwischen an fast jedem Wochenende zu Verkehrsstaus in der Ortsdurchgangsstraße führt, musste UW-Chef, Bürgermeister Hajo Gruber, frustriert feststellen, dass es von der österreichischen Bundesregierung weiterhin keinerlei Signale gebe, den Autoverkehr von, nach und durch Kufstein mautfrei über die Autobahn zu leiten. „Wien bleibt hier stur, sehr zum Ärger auch der Tiroler Landesregierung“, berichtete Gruber. Als kleinen Lichtblick wertete er dagegen, dass die Grenzkontrollen am Übergang Kiefersfelden zwar weitergeführt, aber nach der Europawahl im Mai in ihrer Intensität deutlich verringert werden sollen. Deutliche Worte gab es zum überregionalen Reizthema Brenner-Nordzulauf. Es waren sich alle einig, dass die Anrainergemeinden im Inntal von den Abgas- und Lärmbelastungen des Transitverkehrs entlastet werden müssen. Dies gehe nur durch eine verstärkte Verlagerung des Lkw-Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Voraussetzung dafür seien zwei zusätzliche Gleise für den Nordzulauf zum im Bau befindlichen Brennerbasistunnel. Die deshalb notwendige Neubaustrecke müsse im lärm- und abgasbelasteten Inntal weitgehend unterirdisch geführt werden. Ein Ausbau der Bestandsstrecke mit einem dritten Gleis wurde als unzumutbar abgelehnt. Die Bestandsstrecke müsse vielmehr für den aktuellen und den zu erwartenden zusätzlichen Zugverkehr ab sofort vorrangig mit aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen über Gesetzesniveau nachgerüstet werden. „Gegen alle anderen Lösungen werden wir auf die Barrikaden gehen“, stand als Drohung im Raum, denn Kiefersfelden brauche eine Entlastung von den jährlich rund drei Millionen Lkw auf der nahen Autobahn, die dort, zusätzlich zu der gewaltigen Anzahl von 17 Millionen Pkw, den Ort mit Lärm- und Abgasen belasten.